Region St. Pölten: Abkühlung mit einigem Abstand. Mit Corona-Regeln läuft es in den Bädern. Der Sommer mit vielen Regenunterbrechungen hilft noch nicht mit.

Von Beate Steiner, Max Steiner, Inge Moser und Michael Fusko. Erstellt am 05. August 2020 (04:16)

Heiß-kalt gibt’sder bisherige Sommer den Erholungssuchenden genauso wie Badbetreibern und Wirten am Wasser. Erst langes Warten auf die Regeln für den Corona-Sommer und den ersten Sprung ins kühle Nass, dann zeigt sich auch noch das Wetter von seiner sprunghaften Seite.

Ein Minus von 50 Prozent bei den Besucherzahlen bis Anfang August verzeichnete das St. Pöltner Citysplash, weiß Bäderleiter Martin Fuchs. 800 dürfen insgesamt pro Tag in das Sommerbad der Landeshauptstadt. Mit dem Limit habe es bisher noch keine Probleme gegeben. Die Leute würden auch nicht länger bleiben, obwohl es nur Tagestickets gibt. Rund 20 Prozent nutzen die Möglichkeit, sich das Ticket vorher online zu holen, der Rest kauft vor Ort. Die ebenfalls eingeführten Punktekarten werden laut Fuchs wegen der Wettersituation noch weniger gut angenommen.

Ins Wilhelmsburger Freibad dürfen 1.200 Personen, in die Becken 45 bis 50. Saisonkarten gibt es auch hier nicht. „Im Juli waren zirka 8.000 Badegäste plus 900 Gäste mit der Gastro-Freikarte hier“, weiß Bademeister Leo Allmer zu berichten. 14 Tage im Juni und 13 im Juli hat es verregnet.

270 Gäste war bisher die Höchstzahl im Böheimkirchner Freibad, 320 dürfen derzeit hinein, 50 ins Becken. Ohne Corona waren es 400, auch die wurden selten erreicht, erklärt Bürgermeister Johann Hell. Neben einem Sportbecken und einem Kinderbecken gibt es eine große Liegewiese, einen Tischtennis-Tisch und eine Sandkiste.

Nur manche müssen an Regeln erinnert werden

Die Abstandsregeln werden im St. Pöltner Bad überwiegend eingehalten, erklärt Martin Fuchs. Nur: „Wie überall gibt’s auch im Citysplash unvernünftige Besucher, die erinnert werden müssen.“ Rutschen und Sprungturm dürfen derzeit nur von einer Person betreten werden. Alle geplanten Veranstaltungen außer die Kinderbetreuung wurden abgesagt. „Die Anfangszeit mit Corona war etwas hektisch“, erzählt der Wilhelmsburger Bademeister Leo Allmer. „Aber jetzt haben wir alles im Griff.“ Stündlich werden im Parkbad die Sanitäranlagen laut Hygienebestimmungen vom Reinigungspersonal kontrolliert und desinfiziert. In Böheimkirchen sind die Vorgaben laut Bürgermeister Johann Hell kein Problem: „Wir haben das Personal angewiesen, auf die Einhaltung der Richtlinien zu achten.“

Keine Beschwerden oder negativen Rückmeldungen gibt es laut Stadtgärtnerei-Chef Robert Wotapek an den St. Pöltner Seen: „Das Areal ist groß, Tafeln über Abstandsregeln wurden aufgestellt.“ Beim Summer Blues Festival am Ratzersdorfer See sind umfangreiche Corona-Maßnahmen eingeplant (siehe auch Seiten 20 und 21). Weitere Veranstaltungen sind am See derzeit nicht geplant, erklärt der Leiter des städtischen Veranstaltungsservices Michael Bachel.

Picknick-Boote sind

gefragt wie nie

Als Gastronom am Viehofner See ist Seedose-Betreiber Erwin Nolz derzeit mehr als zufrieden: „Das war der stärkste Juli, seit es uns gibt.“ Normalerweise pilgern die sonnenhungrigen Badegäste im Juni an den See, verreisen im Juli oder August – heuer machen viele Urlaub zuhause. Und nutzen auch die Boote am See: „Die Nachfrage nach den Picknick-Booten ist explosionsartig angestiegen“, so Nolz. Der Gastronom freut sich auch, dass er diese Saison kein Problem hatte, Mitarbeiter zu bekommen. „Ich hatte so viele Bewerbungen wie nie zuvor und bin begeistert von meinen beiden neuen Köchen, die aus Wien einpendeln.“

Zufrieden ist auch Yeliz Zwinz, die das Badbuffet im Citysplash betreibt. Das Bad-Restaurant gibt‘s zwar auch heuer noch nicht, „und es geht den Gästen schon ab“, sagt Yeliz Zwinz. „Wenn das Wetter passt, läuft es aber sehr gut. Wir haben das Buffet schön hergerichtet und bekommen viel Lob für unser Angebot.“

Abtrennung zum Bad für längere Sperrstunde

Ein Aluzaun trennt in Wilhelmsburg nun den Badebereich von jenem des Gastrobetriebs. „Das war meine Idee und ging auf meine Kosten“, erzählt der junge Gastronom Duško Lukić, „so können am Wochenende die Gäste ab 19 Uhr nach Badeschluss noch bis 23 Uhr bleiben und konsumieren.“ Für jeden Bade- und Gastro-Besucher zahlt Lukić einen Beitrag an die Stadtgemeinde, da er noch keinen Pachtvertrag hat, diesen bekommt er erst 2021. „Das ist eine rechtliche Angelegenheit, wobei die Verantwortung der Stadtgemeinde damit an Lukić übergeben wurde“, erklärt Stadtrat Peter Reitzner. Auch Überwachungskameras ließ der Gastronom installieren.

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