Hanfdieb zeigte Reue und brachte Beute zurück. Fünf Kilo CBD-Nutzpflanzen wurden aus Gewächshaus in St. Georgen gestohlen. Drei Tage später brachte sie der Dieb wieder zurück – mit Entschuldigungsbrief.

Von Thomas Werth. Update am 11. Oktober 2019 (13:30)

„Ich entschuldige mich von ganzen (sic!) Herzen bei ihnen für diese dumme und hirnlose Aktion.“ Dieser Satz stand in einem Brief vor einem Gewächshaus in St. Georgen. Unter dem Schreiben befanden sich rund fünf Kilo Nutzhanfpflanzen. Diese hatte der unbekannte Einbrecher in der Nacht auf Dienstag gestohlen. Er hatte ein Gewächshaus aufgebrochen, die Haupttriebe abgeschnitten und war damit geflohen. Der Wert der Beute: mindestens 10.000 Euro.

„Es war unser erster Anbau, wir standen kurz vor der Ernte. Plötzlich waren rund 70 Prozent der Pflanzen weg“, erklärt Paul Purgina von der 2017 gegründeten Firma Hempcare, die auch einen CBD-Shop in der Wiener Straße betreibt.

Der Täter könnte möglicherweise kalte Füße bekommen haben: Purgina stellte ihm auf Facebook ein Ultimatum. Sie würden von einer strafrechtlichen Verfolgung und einer Klage auf Schadenersatz absehen, wenn er sich stellt. Angezeigt wurde der Fall aber schon. Wie Purgina und sein Partner Hubert Hausmann nun weiter vorgehen, werde auch davon abhängen, ob die Pflanzen noch verwendbar sind. „Sie kommen in ein Labor, dann wissen wir mehr“, schildert Purgina.

Ein wirtschaftlicher Schaden sei ihnen durch den Einbruch auf alle Fälle entstanden: „Wir wollten einen Teil selbst in unserem Geschäft verkaufen, aber auch in den Großhandel einsteigen.“ Zumindest Letzteres würde nun nicht möglich sein. „Das wirft uns sicherlich zurück, aber zumindest den Bedarf im Shop sollten wir decken können“, erzählt Purgina.