70 Jahre Arbeit für die Tiere. Tierschutzverein hat sich viel Kompetenz erworben und will 2019 seine Stärken zeigen.

Von Mario Kern. Erstellt am 10. März 2019 (04:51)
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Kümmern sich mit ihrem Team um mittlerweile mehr als 900 Tiere jährlich: Tierheimleiter Davor Stojanovic und Vereinsobmann Willi Stiowicek.

„Wir wollen zeigen, wie professionell wir mittlerweile arbeiten und wie man uns helfen kann“, blickt Obmann Willi Stiowicek mit Tierheimleiter Davor Stojanovic voraus ins Jubiläumsjahr. Seine Stärken will der 70 Jahre alte Tierschutzverein St. Pölten selbstbewusst bei mehreren Tagen der offenen Tür präsentieren.

Auf Hilfe ist das Tierheim mit aktuell 28 Hunden, 17 Katzen, zwei Ratten, einem Kaninchen, einer Vogelspinne, einer Wasseragame und einer Taube immer angewiesen, finanziert sich der Verein doch zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Spenden und Einnahmen aus den Flohmärkten.

Mehr als die Hälfte des 500.000-Euro-Jahresbudgets steuert das Land bei. Die Fördervereinbarung wurde im Februar um weitere fünf Jahre verlängert. „Damit haben wir Planungssicherheit und können weiter in die Qualität investieren“, so Stiowicek. Bis zu 70.000 Euro steckt der Verein jährlich in Adaptierungen des Tierheims und des Geländes in der Gutenbergstraße.

Kompetenzzentrum für andere Tierheime

Von seinem vor zehn Jahren gesteckten Ziel, das beste Tierheim zu haben, sei der Tierschutzverein nicht weit entfernt, betont Davor Stojanovic. Andere Tierheime holen sich mittlerweile wertvolles Know-how aus St. Pölten, was beispielsweise die Betreuung und die Gebäude- und Gelände-Nutzung mit Mottozimmern und „Sommerfrische“-Bereichen für Hunde anbelangt.

„Wir sind in vielen Bereichen, vor allem wirtschaftlich, mitten im Sprung von einem klassischen Verein zu einem mittleren Betrieb“, so Stiowicek. Gerade was den Umgang mit den Tieren anbelangt, entwickelt sich das Tierheim St. Pölten immer mehr zu einem Kompetenzzentrum. Die Tiertrainer-Ausbildung nach Sheila Harper habe sich bestens bewährt.

„Wir kümmern uns um die Tiere und erhöhen ihre Lebensqualität“, erklärt Davor Stojanovic. „Dadurch können sie bald wieder an geeignete Familien vermittelt werden.“

Den Erfolg der stressfreien Behandlung der Tiere zeigen die sehr hohe Vergabequote von 90 Prozent und die Rückgabequote von nur 0,5 Prozent. 2018 fanden 925 Tiere ein vorübergehendes Zuhause im Tierheim (um 15 Prozent mehr als 2017), durch die landesweit geringste Verweildauer von nur 25 Tagen sei aber stets ausreichend Platz, so Stojanovic.

Das neunköpfige Tierpfleger-Team rückt bei den widrigsten Umständen aus, ob bei Animal-Hording-Fällen, Schwänen auf Zugstrecken oder verletzten Rehen. „Wir lassen kein Tier in Not oder auf der Straße. Dazu haben wir ein zu großes Herz.“