St. Pölten

Erstellt am 04. Dezember 2018, 04:22

von Thomas Werth und Beate Steiner

8. Dezember: Ein Feiertag für den Handel. Viele Kaufleute setzen auf 8. Dezember, Kirchen-Initiative hingegen auf Konsumverzicht.

Weihnachts-Einkäufer finden am 8. Dezember viele offene Geschäfte in der Stadt.  |  Straubinger

„Es machen sicher alle mit“, ist Innenstadtkaufmann Franz König überzeugt, dass der 8. Dezember vom Feiertag zum Shoppingtag geworden ist – und heuer sogar zum Einkaufssamstag. „Wir können darauf nicht verzichten“, so der Modefachmann, der seine drei Kremser-Gassen-Geschäfte wie vom Gesetzgeber gestattet von 10 bis 18 Uhr offen hält. „Das wird von den Kunden auch erwartet“, so König. Daniela Kittel von Juwelier Dunky bestätigt: „Es zahlt sich aus, am Samstag in die Stadt zu kommen, fast alle Geschäfte haben offen.“ Das gilt für den Buchhandel genauso wie für den Drogeriemarkt Müller und Boutiquen: „Das wird ein ganz normaler Samstag werden“, bestätigt „Lingerie Day & Night“-Eigentümerin Brigitte Waltenberger, die wie alle „Schreinergassler“ offen hält.

Elektrofachhändler Hartlauer lockt genauso mit Weihnachtsangeboten wie Leder- und Papierwaren-Spezialist Hausmann. Karl Heinz Maringer berät am
8. Dezember persönlich die Kunden seiner Galerie auf dem Herrenplatz: „Ich hoffe, dass nicht alle Leute Ski fahren und einige in die Stadt kommen.“

Gastro-Betriebe, die feiertags üblicherweise geschlossen haben, passen sich an: Das Café Emmi hat bis 15 Uhr, das Schau.Spiel ganztags geöffnet.

In den Einkaufszentren wird Hochbetrieb erwartet

Im Traisenpark haben wie schon im vergangenen Jahr alle Stores geöffnet. „Das bringt was“, weiß auch Corinna Beischlager, die neue Managerin des City Center Promenade am Rand der Innenstadt, wo fast alle Shops aufsperren. Einzige Ausnahme: Die Billa- und die Bipa-Filiale sind geschlossen, das ist Rewe-Konzernvorgabe. Die Penny- und Merkur-Filialen im ganzen Stadtgebiet, die ebenfalls zu Rewe gehören, haben allerdings offen.

Mitbewerber Spar hat grundsätzlich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. „Ausnahme sind einige Spar-Einzelhändler und der kleine Spar in der Kremser Landstraße – „hier ist der Interspar in der Daniel-Gran-Straße aber eine gute Alternative für den Einkauf am 8. Dezember“, so Pressesprecher Hannes Glavanovits.

Auf ihre gewohnten Schmankerl verzichten müssen allerdings die Markteinkäufer: Die Standler am Domplatz-Markt halten den Feiertag ein. Und auch Blumenhändlerin Renate Hasslmayr sperrt ihr Geschäft am Riemerplatz nicht auf am 8. Dezember: „Das zahlt sich nicht aus. Bei mir ist das Weihnachtsgeschäft am 24. Dezember. Da hab ich bis 14 Uhr offen.“

Für den Handel gibt es also kaum mehr Diskussionen darüber, ob der Feiertag
Maria Empfängnis das Weihnachtsgeschäft bereichern soll. Dem setzen allerdings einige kirchliche Organisationen die Initiative „Tu was! Kauf nix-Tag!“ entgegen. Die Katholische Jugend, die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung, die Betriebsseelsorge und das SchülerInnenzentrum H2 sind überzeugt, dass der Feiertag besser genutzt werden kann als mit Einkaufen und Arbeiten.

Umfrage beendet

  • Geht ihr am 8. Dezember einkaufen?