Alarmsystem soll Fische in der Traisen schützen. An zwei Messstellen in der Traisen wird Entwicklung beobachtet. Algen- und Pflanzenwachstum ist nicht ungewöhnlich.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 09. August 2019 (03:59)
Derzeit kommt es
Derzeit kommt es etwa in der Traisen zu vermehrtem Algen- und Wasserpflanzenwachstum. Problem für die Fische ist das keines. Straubinger

Starkes Wachstum von Wasserpflanzen und Algen ist in Abschnitten der Traisen zu beobachten. „Grund dafür sind hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und geringe Wasserführung“, erklärt Martin Angelmaier, stellvertretender Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft das Landes.

Besonders in Staubereichen mit wenig Strömung und bei Ausleitungen in Werkskanäle haben es Algen und höhere Wasserpflanzen leicht. „Das ist aber kein Anzeichen für schlechte Wasserqualität, sondern ein natürliches Phänomen, das derzeit kein Problem für die Wasserbewohner darstellt“, erklärt Angelmaier. 

„Es sind viele Faktoren, die die Wassertemperatur beeinflussen"

Jetzt heißt es die Situation zu beobachten. Das Land und der Landesfischereiverband haben gemeinsam ein Alarmsystem entwickelt, um Probleme in Gewässerabschnitten rechtzeitig erkennen zu können. Wenn über einen Zeitraum von 36 Stunden kritische Temperaturwerte überschritten werden, erhält der Landesfischereiverband eine Warnung, um gemeinsam mit den örtlichen Fischereiberechtigten Schutzmaßnahmen treffen zu können. So wird etwa in Absprache mit Kraftwerksbetreibern vorübergehend mehr Wasser abgelassen oder es erfolgen Notabfischungen. An 55 Stellen wird die Wassertemperatur laufend gemessen: an der Traisen in Türnitz und Windpassing.

„Es sind viele Faktoren, die die Wassertemperatur beeinflussen: Sonneneinstrahlung, Bewölkung und Wind“, erklärt der Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Gregor Gravogl. Wäre es durchgängig zwei Wochen heiß, könne das zum Problem werden. „Die späte Schneeschmelze hat uns aber Zeit geschenkt.“

Natürliche Ufer mit dichtem Bewuchs sorgen für Beschattung, tiefe Gumpen ermöglichen den Fischen Rückzugsräume in kühlere Bereiche, und schnell fließende Abschnitte reichern das Wasser mit Sauerstoff an. Weil naturnahe Gewässer hohe Temperaturen besser verkraften, wurden in den letzten Jahren einige Renaturierungen umgesetzt: etwa im Bereich von Pottenbrunn. Auf einer Länge von rund 3,7 Kilometern wurden bestehende Sohlschwellen für Fische passierbar gemacht. Das überbreite Traisengerinne wurde ökologisch umgestaltet, sodass auch bei wenig Wasser in einer Niederwasserrinne der Fließgewässer-Charakter erhalten bleibt.

Beutegreifer an der Traisen

Aber nicht nur hohe Temperaturen, auch Beutegreifer können den Fischbestand maßgeblich beeinflussen. „Beim Fischotter gehen wir von einer Vollbesiedelung an der Traisen aus“, erklärt der Leiter der Abteilung Naturschutz des Landes Martin Tschulik. Der Otter ernährt sich das ganze Jahr über von größeren Fischen. Für den Artenschutz sind die Otter kein Problem, „mit Ausnahme von Laichschonstätten oder Gewässerabschnitten, die für die natürliche Reproduktion heimischer Fische wichtig sind“, erklärt Tschulik.

Das zeigen auch Untersuchungen. Prädatoren bringen ebenso wie Wasserkraft, Erhöhung der Wassertemperaturen und zunehmende witterungsbedingte Schwankung der Wasserführung hauptsächlich Nachteile für die Fischerei. Am Fischbestand laben sich auch Kormoran, Reiher und Gänsesäger. Gemeinsam mit dem Otter decken sie mit ihrem Nahrungsspektrum alle Fischgrößen ab.