Aufregung wegen Hundebiss. Listenhund soll Dalmatiner schwer verletzt haben. 14 Monate altes Kind war dabei.

Von Gila Wohlmann. Update am 16. September 2020 (13:10)
Der Dalmatiner wurde an der Lefze verletzt und musste genäht werden
Tierklinik St. Pölten

Verärgert und erschüttert zugleich sind Barbara und Wolfgang Holzapfel. Ihr Dalmatiner wurde, so ihre Angaben, von einem Listenhund attackiert und schwer verletzt.

Hündin „Ibi“ befand sich gemeinsam mit dem 14 Monate alten Sohn der Familie im Vorgarten des Einfamilienhauses in der Siedlung hinter dem Hammerpark. „Der Kampfhund attackierte unsere Dalmatinerhündin durch den Zaun und verbiss sich in der Schnauze. Der Besitzer des Kampfundes konnte das Tier nicht unter Kontrolle bringen“, schildert Barbara Holzapfel. Minutenlang hätte der Kampfhund auf ihren Vierbeiner eingebissen. Der Besitzer hätte erst nach zahlreichen Tritten auf seinen Hund erreicht, dass dieser vom Dalmatiner abließ. Das Kleinkind kam mit einem Schock davon, die Dalmatinerhündin wurde in der Tierklink St. Pölten notversorgt. „Die Lefze der Hündin weißt aktuell ein großes Loch auf, offen ist ob diese Wunde wieder zuheilt oder ob der Hund sein ganzes Leben lang an den Folgen der Bissverletzung leiden muss“, gibt sie zu bedenken.

Thomas Wiebogen-Wessely, Leiter der Tierklinik St. Pölten, bestätigt die Versorgung des besagten  Vierbeiners: „Er hatte eine Verletzung an der Lefze, die stark blutete, aber nicht lebensbedrohlich war. Diese wurde genäht. Mitunter kann bei solchen Bissen eine sekundärmedizinische Versorgung von Nöten sein, wenn Bakterien Entzündungen hervorrufen.“

In Gegenwart des Kleinkindes an diesem Gartenzaun soll Hündin „Ibi“ von einem so genannten Listenhund angefallen worden sein.
Holzapfel

Auf der Polizeiinspektion Spratzern wollte man laut Barbara und Wolfgang Holzapfel den Vorfall nicht aufnehmen. Telefonisch hätte man die Auskunft bekommen: „Erst wenn der Hund das Kind beißt, wird eine Anzeige aufgenommen“. „Hierbei handelt es sich um eine Falschauskunft, die Inspektion hätten den Vorfall aufnehmen müssen. Am Strafamt von St. Pölten wurde der Vorfall gemeldet und wird bearbeitet“, meinen sie.

„Seitens der Landespolizeidirektion wird ergänzt, dass der Sachverhalt durch das Stadtpolizeikommando geprüft wurde. Es hat sich herausgestellt hat, dass es am besagten Tag ein Telefonat gab, jedoch aufgrund der Schilderung ein Missverständnis entstand. Die Bediensteten der Polizeiinspektion Spratzern haben noch am 15. September mit der Anzeigerin Kontakt aufgenommen und bezüglich der weiteren Vorgehensweise ein Gespräch geführt“,  sagt Polizeisprecher Heinz Holub.

Bereits am 22. Dezember soll, betonen Barbara und Wolfgang Holzapfel, derselbe Listenhund einen anderen Hund auf dem Spielplatz in der Handel-Mazetti Straße angefallen haben. Die besorgten Eltern fordern, dass die Behörde nicht länger untätig bleiben, sondern dass das geltende niederösterreichische Hundehaltegesetz endlich zum Tragen kommt.  Barbara Holzapfel hat Angst, dass der Hund das nächste Mal ihren Sohn attackiert und verletzt, sogar auf dem eigenen Grund, der durch einen Zaun gesichert ist. „Wie man sieht, lässt sich dieser Hund aber dadurch nicht abhalten“, gibt sie zu bedenken.

„Der Listenhund hat zweifelsohne eine traurige Vorgeschichte, aber dann muss man als Besitzer so viel Verantwortung übernehmen und zumindest dafür Sorge tragen, dass der Kampfhund keine anderen Hunde und Menschen verletzen kann. Oder man muss sich als Besitzer eingestehen, dass man mit dieser Art von Hund überfordert ist. Ein stabiler, artgerechter Beißkorb würde die Gefahr, die von diesem Hund ausgeht, mit einfachen Mitteln enorm reduzieren“, fordert daher Familienvater Wolfgang Holzapfel.

Der Besitzer des Kampfhundes hätte sich bis dato weder entschuldigt oder nach dem Wohl der verletzten Dalmatinerhündin erkundigt. Offen ist auch die Frage, ob die Familie auf der Rechnung für die Behandlung in der Tierklink sitzen bleibt. Die Kosten für die Erstbehandlung belaufen sich laut Barbara Holzapfel bereits auf mehr als 850 Euro, weitere Nachsorgeuntersuchungen folgen.