Bis zu 6,5 Millionen Euro für Senioren

Erstellt am 29. Juni 2015 | 08:56
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Foto: NOEN, Foto: Mario Kern
Überprüfung ist beendet. Stadt investiert in Umbau von Wohntrakt für Betreutes Wohnen und in neue Struktur.

Rund 830.000 Euro hat die Stadt bisher dem Seniorenwohnheim „Stadtwald“ jährlich zugeschossen. Nach der Überprüfung des Wohnheims durch die KDZ Managementberatungs- und WeiterbildungsGmbH könnte das bald der Vergangenheit angehören.



Gelingen kann das durch einen Ausbau des Angebots für Betreutes Wohnen und die Umstellung auf Bezugspflege, sind die Experten überzeugt. Wesentliche Voraussetzung ist die Modernisierung des Gebäudes: Der Trakt A soll komplett saniert und zur Station für Betreutes Wohnen umfunktioniert werden.

KDZ-Chef Peter Biwald spricht sich aus wirtschaftlicher Sicht für Betreutes Wohnen mit oder ohne angeschlossenes Tageszentrum im modernisierten Trakt aus. Dieser Alternative gibt er den Vorrang vor einem reinen Zentrum für Übergangs- und Kurzzeitpflege oder einer Kombination aus Tageszentrum, Übergangs- und Kurzzeitpflege sowie Betreutem Wohnen. „Außer es gelingt hinsichtlich der Übergangsplätze eine Zentren-Lösung mit dem Land.“

Umstrukturierung startet im Herbst

Durch Case-Management soll das Pflegegeld optimaler eingestuft werden – die KDZ geht von Mehr-Einnahmen in der Höhe von jährlich 500.000 Euro aus. Zudem sollen Reinigung, Haustechnik, Verwaltung und die Küche verbessert werden. In letzterer, die doppelt so groß werden soll, wird künftig frisch gekocht. „Das ist gesünder und kaum teurer als der bisherige Zukauf von Lebensmitteln“, betont Peter Biwald.

Ein neues Pflegekonzept soll zudem kleinere Gruppen schaffen. Neue Dienstpläne sollen den wirklichen Bedarf an Arbeitskräften besser abdecken.

Abhängig von den Maßnahmen sollen bis zu 6,5 Millionen Euro in die Umstrukturierung des Wohnheims investiert werden. Dem Gemeinderat wird das Konzept am 10. Juli vorgelegt. Die Neugestaltung der Prozesse wird bereits im Herbst angegangen. Der Baustart für den Wohntrakt A soll im nächsten Frühjahr erfolgen. Abgeschlossen sein soll die Modernisierung spätestens Ende 2018.

Zum Umbau

Seit Oktober war das Seniorenwohnheim, das 180 Bewohner beherbergt, auf dem Prüfstand gestanden. Von den 118 Mitarbeitern wird niemand gekündigt: Durch eine Straffung der Strukturen und die Umstellung auf Bezugspflege werden Kräfte frei für die neuen Einrichtungen im zu
sanierenden Gebäudeteil A.

Potenzial: Durch das CaseManagement sollen höhere Pflegegeld-Einstufungen erreicht werden. Das soll jährliche Mehreinnahmen in der Höhe von 500.000 Euro bringen. Die Umstellung auf Bezugspflege und die Optimierungen im Personalbereich – in Verbindung mit einem größteren Team ehrenamtlicher Mitarbeiter –  soll Einsparungen zwischen 160.000 und 320.000 Euro ermöglichen. Die Neuorganisation von Küche, Reinigung und Verwaltung soll bis zu 390.000 Euro bringen.