St. Pölten

Erstellt am 17. Mai 2018, 05:34

von Thomas Werth

Bowling möchte den Sport-Status. NXP-Chef René Voak will Befreiung des Bowling-Centers von Vergnügungsabgabe und argumentiert mit fünf Meistertiteln.

Sportliche „Strike Power: Andreas Pfeifer, Franz Heumayr junior, Franz Heumayr senior, Gerald Falkensteiner, Johann Probst und Richard Mogg holten zum fünften Mal den Landesmeistertitel. privat  |  privat

2020 wäre Bowling beinahe erstmals olympisch geworden. Dass die Kegelvariante mit der großen Kugel als Sportart akzeptiert wird, ist auch NXP-Geschäftsführer René Voak ein Anliegen, der vor zehn Jahren das erste Bowlingcenter in der Landeshauptstadt eröffnete. Denn die fehlende Akzeptanz hat in St. Pölten auch finanzielle Folgen in Form einer Vergnügungssteuer. „Ich würde mir daher wünschen, dass die Stadt den sportlichen Aspekt als solchen anerkennt und Bowling wie etwa in Linz von der Abgabe befreit wird.“ Mehrere zehntausend Euro habe das Center in den zehn Jahren seit Eröffnung laut Voak an die Stadt gezahlt.

Je Apparat und begonnenem Kalendermonat sind 25 Euro fällig. Seit 2012 gibt es diese Vergnügungsabgabe. Grundlage für die städtische Verordnung ist das NÖ Spielautomatengesetz, das Gemeinden eine Ersatz-Einnahmequelle für zuvor im
NÖ Lustbarkeitsabgabegesetz vorgesehene Besteuerung ermöglicht. Im Landesgesetz wurde dafür die Kategorie Spielapparate geschaffen, als solche sind Bowlingbahnen genannt, aber auch Billard-Tische oder Dart-Automaten. Spiel ist dort definiert als eine „zweckfreie Beschäftigung aus Freude an ihr selbst und/ oder ihren Resultaten zur Unterhaltung, Entspannung oder zum Zeitvertreib“.

Sportliche Erfolge für „STP Strike Power“

Für Voak ist diese Situation eine Ungerechtigkeit. Bestätigt sieht er sich durch die Erfolge der „STP Strike Power“. Der Club, der nach der Eröffnung der Bowlinghalle 2008 gegründet wurde, sicherte sich zum fünften Mal in Folge den Landesmeistertitel im 5er-Team der Herren. Dass daneben auch viele Private spielen, tue laut Voak nichts zur Sache: „Das ist beim Tennis auch so.“

Rund 25.000 Euro nahm die Stadt im Vorjahr durch Spielapparate ein, knapp 300.000 Euro durch die gesamte Lustbarkeitsabgabe. Eine Neuregelung durch Änderung des Landesgesetzes hält Bürgermeister Matthias Stadler derzeit für unwahrscheinlich. Bei den Verhandlungen zum Finanzausgleich habe er den Vorschlag gemacht, Abgaben, die vergleichsweise „geringere“ Summen einbringen, abzuschaffen, wenn die Kommunen dafür vom Bund einen finanziellen Ausgleich bekommen. Das hätte eine wesentliche Verwaltungsvereinfachung gebracht, meint Stadler: „Der Vorschlag wurde ignoriert.“