Charlie Furthner: "Erfolgreicher Gig spart Therapeuten“. Organisator Charlie Furthner im Gespräch über das Summer Blues Festival und die Freuden eines Musikers.

Von Max Steiner. Erstellt am 05. August 2020 (03:01)
Charlie Furthner bringt den Blues an den See.
Günther W. Hieger

Das Summer Blues Festival bringt am Wochenende die Musik zurück an den See. Die NÖN sprach mit Organisator Charlie Furthner, der wie immer mit der Mojo Blues Band selbst auf der Bühne stehen wird.

NÖN: Was unterscheidet das heurige Summer Blues Festival von den mehr als 15 Festivals, die Sie schon organisiert haben?
Charlie Furthner: Natürlich wird wegen der Corona-Auflagen heuer einiges anders laufen. Es muss für jeden Gast einen fixen Sitzplatz geben. Stehtische oder Weinbar gibt es nicht. Dafür arbeitet das Cateringservice mit mehr Personal und Tischservice. Es gibt am gesamten Gelände Desinfektionsmittelständer und auf Wunsch stellen wir kostenlos Masken zur Verfügung. Die Tische werden anders gestellt, um den Sicherheitsabstand einzuhalten. Wir halten uns sehr genau an die Auflagen.

Natürlich wird wegen der Corona-Auflagen heuer einiges anders laufen.

Wie herausfordernd war es, trotz Pandemie doch noch ein Festival auf die Beine zu stellen?
Zuerst sah es ja danach aus – wie bei vielen anderen Veranstaltungen –, dass wir kein Summer Blues Festival durchführen können. Ich mache das ja nicht alleine, sondern in Kooperation mit dem Veranstaltungsservice St. Pölten. Eigentlich war die Absage fix. Erst als die ersten Lockerungen kamen und ab August Veranstaltungen mit Corona-Beauftragten bis 1.000 Personen möglich waren, haben wir es noch einmal überdacht. Ein Kollege hat extra die Ausbildung zum Corona-Beauftragten abgeschlossen.

Inwiefern hat sich der Ratzersdorfer See bewährt, ist die Location gerade jetzt wertvoll?
Das Summer Blues Festival gibt’s seit 2004. Seit 2006 veranstalten wir es am Ratzersdorfer See. Es ist einfach eine wunderschöne Location. Auch die Musiker fühlen sich sehr wohl. Das färbt aufs Publikum ab. Irgendwie sind immer alle total happy. Es hat in 16 Jahren nicht eine negative Begebenheit gegeben. Heuer müssen wir das Areal etwas vergrößern, um den Mindestabstand einzuhalten. Gott sei Dank ist ja genügend Platz vorhanden. Indoor hätten wir da schon Probleme. Und die Ansteckungsgefahr ist ja im Freien auch deutlich geringer.

Mit wie vielen Bluesfans darf man heuer rechnen?
Ich glaube, die Menschen sind ein bisschen ausgehungert nach Livemusik und Party. Ich hoffe doch, dass wir gut besucht sind. Wir haben an die 700 Sitzplätze. Stehplätze dürfen heuer nicht sein.

Was bedeutet es für Sie, wieder auf der Bühne stehen zu können?
Ich kann nur sagen: „Endlich!“ Seit Mitte März war ja alles abgesagt, erst seit Anfang Juli geht es zaghaft mit kleinen Veranstaltungen wieder los. Es geht aber nicht nur um das Finanzielle. Musiker sein ist für mich das Schönste, was es gibt. Nach einem erfolgreichen Gig schwebst drei Tage auf einem Wolkerl und dir geht’s gut. Das erspart den Therapeuten.

Seit dem ersten Festival will ich nach dem Konzert in den See springen

Was kann man sich heuer musikalisch erwarten?
Wegen der ungewissen Einreisebestimmungen habe ich heuer fast nur auf österreichische Bands gesetzt. Als Opener haben wir aber ein Country-Blues-Duo aus Italien, Veronica Sbergia & Max de Bernardi. Sie machen von Anfang an gute Stimmung. Als zweite Band haben wir „The Bottles“. Eine sehr „erdige“ Bluesband, die Klassiker mit ihrem eigenen „Hot Rod Blues“-Sound versieht. „The Ridin´ Dudes“ mit Mika Stokkinen als Frontman sind eher als Rock’n’Roll-Band bekannt, haben aber ein eigenes Blues-Projekt am Laufen. Mit der Mojo Blues Band freuen wir uns sehr, bereits zum 19. Mal Gastgeber zu sein. Die uns kennen, wissen, was sie erwartet. Chicago Blues, Boogie Woogie and a little bit of Rock’n’Roll. Da wir gerade an einer CD arbeiten, gibt es einige neue Titel von uns zu hören.

Gibt es etwas, auf das Sie sich heuer besonders freuen?
 Seit dem ersten Festival will ich nach dem Konzert in den See springen. Ich hab’s nie getan. Wenn heuer alles gut geht und uns der Wettergott gnädig war, dann ist es so weit – und wenn ich kneife, dürfens mich reinschmeißen.