Der Stadt gehen die Amtsärzte aus. Auf Stellenausschreibungen des Magistrats gibt es bislang keine Bewerbungen. Nächste Pensionierung steht bald an.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 19. November 2019 (08:00)
Symbolbild
Stokkete/Shutterstock.com

Die Amtsarzt-Situation in der Stadt könnte sich in den nächsten Monaten noch weiter zuspitzen. Das städtische Gesundheitsamt beschäftigt derzeit noch formal zwei Amtsärzte in Vollzeit.

„In der Praxis kann Ärztin Doris Schweitzer, die mit der Bereichsleitung Gesundheit, Soziales und Umwelt betraut ist, nur im dringendsten Bedarfsfall die amtsärztlichen Tätigkeiten unterstützen“, erklärt Magistratsdirektor Thomas Dewina. Schweitzer wird in ein paar Monaten in Pension gehen, was den Engpass an Amtsärzten noch zusätzlich vergrößert.

Der hatte bereits in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats wegen der schulmedizinischen Versorgung für erhitzte Gemüter gesorgt. Seit Sommerbeginn sucht der Magistrat nach Interessenten. Stellenausschreibungen für Amtsärzte in diversen Medien brachten bislang keinen Erfolg. „Leider mussten wir bisher feststellen, dass das Interesse der Ärzte an der Funktion enden wollend ist.

Seit Jahren kein Kurs für Amtsarzt-Ausbildung

Das ist aber kein St. Pöltner Phänomen, sondern durchaus landes- und österreichweit seit Jahren zu bemerken“, sieht Dewina einen möglichen Grund auch darin, dass Amtsärzte eine einschlägige Ausbildung mit anschließender Prüfung absolvieren müssen. Die notwendigen Kurse dafür seien jedoch in den letzten Jahren nicht angeboten worden, weder vom Land noch vom Bund. „Wir wurden informiert, dass das Land Niederösterreich mit der gleichen Problematik kämpft und deshalb voraussichtlich ab dem Frühjahr 2020 die notwendigen Ausbildungskurse wieder angeboten werden“, hofft Dewina auf eine Besserung.

Die Stadt will sich aber nicht alleine darauf verlassen und die Suche nach Amtsärzten weiterhin aktiv gestalten. Sollte das keinen Erfolg bringen, müssten sämtliche Leistungen der Amtsärzte an Externe vergeben werden. Für einen Teil der gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Schuluntersuchungen ist das bereits Realität. 2.000 von 3.600 Pflichtschülern werden in der nächsten Zeit von den beauftragten Allgemeinmedizinern anstatt von stadteigenen Amtsärzten betreut. Ein Teil der Aufgaben eines Amtsarztes kann aber nur an geeignete private Sachverständige übertragen werden. „Und auch da ist der Markt nicht gerade übersättigt“, ist
Dewina skeptisch.