Digitales Lernen und Unterstützen in Zeiten der Krise. Um Schüler, die zuhause sitzen, kümmern sich Lehrende und Therapeuten aus St. Pölten derzeit aus der Ferne.

Von Beate Steiner. Erstellt am 08. April 2020 (03:20)
So funktioniert das Üben beim Duden-Institut in Corona-Zeiten: Betreuerin Raphaela Lobaza ist mit dem Schüler per Video verbunden.
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Lehren geht jetzt digital – nicht nur an den Schulen und Unis. Auch Lerninstitute und sogar die Musikschule haben auf E-Learning umgestellt.

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Die Musik- und Kunstschule St. Pölten hat ein neues virtuelles Klassenzimmer eingerichtet, in dem digitaler Musikschulunterricht möglich ist. „Die neue E-Learning-Plattform ist in dieser Zeit ein wichtiger Bestandteil, pädagogisch wertvollen Instrumentalunterricht gewährleisten zu können“, sind Initiator und Musikschullehrer Lukas Schönsgibl und Musikschuldirektor Alfred Kellner stolz auf ihre Vorreiterrolle.

Im Wifi ist seit Jahren alles online

„Die Weiterbildung im Wifi ist gesichert“, bestätigt Institutsleiter Andreas Hartl. Das Wifi habe in der beruflichen Weiterbildung bereits in den vergangenen Jahren auf das Thema E-Learning gesetzt. So wurden etwa zum Unterricht in Werkstätten und Lehrsälen ergänzend auch Online-Einheiten eingeführt. „Diese Vorbereitungen machen sich jetzt bezahlt und bilden die Basis dafür, dass wir den Kursbetrieb im Home-office-Modus weiterführen können“, so Hartl, der empfiehlt: „Die derzeit teilweise verordnete ,Arbeitspause‘ ist auch eine Möglichkeit, das Wissen upzudaten. Zum Beispiel mit Online-Kursen im Wifi.“

Lerntherapie am Bildschirm

Das Duden-Institut hat ein Konzept für Online-Lerntherapien entwickelt. Denn für Kinder mit Lernschwierigkeiten wie einer Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche stellt die derzeitige Ausnahmesituation ohne Unterricht in der Schule eine starke Belastung dar. Die neue Online-Lerntherapie kann eine Entlastung für Kinder und Eltern sein, ist Philip Simson, Leiter des St. Pöltner Duden-Instituts, überzeugt: „Es ist gerade jetzt besonders wichtig, dass wir den Kindern eine Struktur beim Lernen und vielleicht auch ein wenig Normalität zurückgeben können, wenn sie wie gewohnt eine Stunde mit dem Therapeuten üben – jetzt halt mit Videokontakt.“