Dünne Beweislage: Freispruch im FH-Prozess. Im Oktober waren einige Burschen in der Nähe des Universitätsklinikums unterwegs. Sie hatten Böller mit dabei und näherten sich der Baustelle der Fachhochschule. Die fing bekanntlich Feuer und ein Schaden von rund einer Million Euro entstand. Vor Gericht musste sich nun ein 16-Jähriger verantworten, der den entscheidenden Böller geworfen haben soll.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 22. Juni 2021 (16:29)
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Im Oktober des Vorjahres brannte die FH-Baustelle. Ein Böller soll den Brand verursacht haben.
LPD NÖ/LKA, LPD NÖ/LKA

„Meinen Böller habe ich in den Bach geworfen, sicher nicht in die Baustelle“, beteuert der junge Angeklagte. Wer den Kracher geworfen hat, der zu dem Brand führte, könne er nicht sagen. Gleiches behauptete auch ein Zeuge, wegen dessen Abwesenheit der Prozess mehrmals vertagt werden musste. Dieses Mal wurde er von der Justizwache im Gerichtssaal abgeliefert. „Ich habe den Zettel nicht bekommen“, behauptet er.

Dem Richter war die Beweislage hingegen zu dünn. Wer den Böller geworfen hat, der zum Brand führte, könne nicht eindeutig gesagt werden. Er sprach den Angeklagten also frei. Aufrecht hingegen bleibt eine 15-monatige Bewährungsstrafe wegen eines anderen Delikts. Der Richter zu dem Angeklagten: „Nehmen Sie die Therapie in Anspruch und bringen Sie Ihr Leben in Ordnung.“