Erste Phase beendet: Landeshauptstadt wird smarter

Erstellt am 25. Juli 2017 | 06:00
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Udo Altphart stellte die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses vor.
Foto: NOEN, privat
Mehr als 100 St. Pöltner brachten sich in das Startprojekt ein. Ab März 2018 werden vier Ideen umgesetzt. Ziel ist es, die Erwärmung der Stadt zu bremsen.

„St. Pölten darf nicht Kairo werden.“ Mit dieser plakativen Ansage machte Udo Altphart bei der Präsentation des Sondierungsprojektes für Smart Pölten klar, in welche Richtung das Nachfolgeprojekt gehen soll. Der Techniker und mehr als 100 St. Pöltner haben Ideen eingebracht, die die Erwärmung der Stadt reduzieren könnten. Denn im langjährigen Mittel ist Kairo um fünf Grad heißer als St. Pölten, aktuell sind es nur mehr 3,5 Grad.

Mit dem nun mit Bürgerbeteiligung erarbeiteten Konzept soll diese Entwicklung gebremst und St. Pölten langfristig zur „Zero Emission City“ gemacht werden. Start der Umsetzung soll im März 2018 sein.

„St. Pölten hat zum Glück zudem noch sehr viel Grünraum“

„Dieses Projekt ragt aus den tausenden, die wir fördern, besonders heraus“, unterstrich Theresia Vogl, die Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds‘. Die Bürgerbeteiligung am Erstprojekt sei überdurchschnittlich groß gewesen, die Rahmenbedingungen in der Traisen-Metropole gut. „St. Pölten hat zum Glück zudem noch sehr viel Grünraum“, so Vogl. Den gelte es aber nicht nur zu erhalten, sondern zu entwickeln und auch neuen zu schaffen.

Vier große Teil-Projekte sollen Smart Pölten ausmachen: Die Weiterentwicklung von Urban Gardening, die Belebung alter Pflanzensorten und Einführung neuer Kulturpflanzen wie Feigen, die Etablierung einer Kinder-Klima-Uni im Haus des Lernens sowie die Einrichtung eines grünen Multifunktionsfeldes auf dem Eisberg.

Bewusstsein schaffen soll die laufende Vermittlung klimarelevanter Informationen im öffentlichen Raum – beispielsweise durch die permanente Anzeige der Messwerte für CO , Feinstaub, des Biodiversitätsindikators oder der Bienenpopulation in der Stadt.

Der Effekt von Smart Pölten soll auch gemessen werden, weshalb Biologen, Psychologen, Ernährungswissenschaftler und Gesundheitswissenschaftler den Prozess begleiten, die wissenschaftliche Aufsicht hat das Austrian Institute of Technology (AIT). Langfristiges Ziel ist es, zu zeigen, dass mit Bürgerbeteiligung entwickelte Grün- und Freiflächen positive Auswirkungen auf Klima, Gesundheit und Lebensqualität haben, umreißt Projektleiter Andreas Kumpf die Vision Smart Pölten.