Initiativen kämpfen weiter gegen die S 34. S 34 sei kontraproduktiv zur Kulturhauptstadt-Bewerbung, bringen die Gegner als neues Argument gegen die Schnellstraße.

Von Beate Steiner. Erstellt am 07. Februar 2019 (05:57)
Schimunek
„Die S 34 ist kontraproduktiv zur Kulturhauptstadt-Bewerbung“, meinen Stefan Kuback (Exit Green), Gottfried Kern (Zukunft Umwelt Traisental), Bernhard Higer (Lebenswertes Traisental), Markus Braun (Lanius), Walter Heimerl-Lesnik (S34-sinnlos), Dieter Schmidradler (Metamorphosis 2050) und Georg Mitterlehner (Radlobby St. Pölten).

Selbst nach der UVP-Verhandlung für die S 34 sehen Gegner noch eine Chance, die Schnellstraße zu verhindern, auch wenn die Grünen mit ihrem Antrag für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs als Alternative zur S 34 im niederösterreichischen Landtag abgeblitzt sind. Das Argument von Grünen-Verkehrssprecherin Helga Krismer, die Straße zerstöre nicht nur Natur- und Ackerflächen, sondern auch die Lebensqualität der Menschen, zog bei allen anderen Parteien nicht.

Ein neuer Zusammenschluss von Bürgerinitiativen setzt weiter auf diese Sichtweise und hofft noch auf eine „Mobilitätswende“, mit der St. Pölten als „Idealbild einer europäischen Mittelstadt“ punkten könne. Denn die Schnellstraße sei „kontraproduktiv zur Kulturhauptstadt-Bewerbung 2024“.

Die S 34 zerschneide gewachsene dörfliche Strukturen und zerstöre den Lebensraum seltener Tierarten und Pflanzen, empfinden die Schnellstraßengegner den Bau als Schädigung des kulturellen Erbes.

„Mit einem vorbildlichen Weg in der regionalen Verkehrspolitik könnte die Stadt national wie international positives Aufsehen erwecken“, sieht Maria Zögernitz von der Radlobby die St. Pöltner und ihre Gäste künftig auf dem Rad oder in der Traisentalbahn unterwegs.

Gegenargument für Bürgermeister Matthias Stadler sind nicht nur die verkehrsgeplagten Anrainer der B 20, sondern auch die erwartete Verkehrszunahme: „Ich kenne keine andere Stadt in dieser Größe, die nur eine Nord-Süd-Verbindung hat.“