Mariazellerbahn-Unfall: Prozess gegen Lokführer im März. Nach einem Unfall auf der Mariazellerbahn mit 34 Verletzten wird dem Lokführer am 20. März am Landesgericht St. Pölten der Prozess gemacht.

Von APA Red. Erstellt am 22. Februar 2019 (12:06)
Einsatzdoku - Steyrer

Der Mann ist wegen grob fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Gemeingefährdung angeklagt. Der Schaden in zweistelliger Millionenhöhe werde durch die Versicherung gedeckt, bestätigte eine NÖVOG-Sprecherin am Freitag einen "Bezirksblätter"-Bericht.

Der Zug soll laut dem Untersuchungsbericht deutlich zu schnell in eine Kurve eingefahren sein. Dem Lokführer, der nach dem Unfall von einem "Blackout" sprach, drohen im Fall einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Haft. Zwei Sachverständige - einen aus dem Bereich Eisenbahn- und Unfallwesen sowie einen neurologisch-psychiatrischen Gutachter - wurden beauftragt, sagte Leopold Bien, Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten.

Eine "Himmelstreppe" war am 26. Juni 2018 bei Völlerndorf in der Gemeinde Gerersdorf (Bezirk St. Pölten-Land) entgleist, die hintere Garnitur fuhr auf die vordere auf. Von den rund 80 Passagieren wurden drei schwer und 31 leicht verletzt. Wir berichteten: 

Die Bahnstrecke war bis 2. Juli 2018 unterbrochen. Die beiden beschädigten Garnituren "können repariert werden", sagte Katharina Heider-Fischer, Sprecherin der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG). Sie betonte, dass es nach dem Unfall zu keinem Einbruch der Fahrgastzahlen gekommen sei, man habe keinen Imageschaden bemerkt. Von der Waldviertelbahn und der Citybahn Waidhofen wurde je eine Garnitur zur Verfügung gestellt, der Fahrplan konnte eingehalten werden.

Der Mitarbeiter war nach dem Unfall nicht mehr als Lokführer tätig: "Zuerst war er im Krankenstand, dann war er in der Werkstatt beschäftigt", sagte die Sprecherin. In den kommenden Wochen werde der Mann das Unternehmen verlassen. Ursache dafür sei ein anderer Vorfall, "der in keinem Zusammenhang mit dem Unfall steht", sagte Heider-Fischer.