St. Pölten

Update am 14. November 2018, 14:34

von Mario Kern

Mimi Wunderer verstorben. Die Gründerin der Bühne im Hof ist Dienstag früh nach langer schwerer Krankheit im 69. Lebensjahr verstorben.

Trauer um Kultur-Größe Mimi Wunderer, Bühne im Hof-Gründerin und Ex-Festspielhaus-Intendantin. Foto: Archiv, Bühne im Hof  |  Archiv, Bühne im Hof

Die Kultur-Größe Mimi Wunderer hinterlässt ein reiches kulturelles Erbe: Wunderer kam vor 49 Jahren aus dem Iran nach Österreich. Nachdem sie als 31-Jährige erste Theater-Erfahrungen im Wiener Stadttheater Metropol machte, gründete sie 1990 die Bühne im Hof. 1989 hatte sie den Namen beim "Auf- und Abgehen" erfunden, wie sie in einem NÖN-Interview im September 2015 erzählte. Nach ihrer langjährigen Intendanz kuratierte sie seit 2015 das kulturelle Programm im ArbeitnehmerInnen-Zentrum der Arbeiterkammer NÖ.

Die St. Pöltnerin verdiente sich auch zwischen 1998 und 2001 als Intendantin des Festspielhauses Meriten. Gegründet hat sie auch den Dialog zwischen den Kulturen, ein kulturelles Format zum Austausch von europäischem Kulturgut und solchem aus dem Nahen Osten.

Für ihre vielfachen kulturellen Erfolge bekam Wunderer 2004 den Jakob-Prandtauer-Preis der Landeshauptstadt, 2011 das Große Ehrenzeichen des Landes und 2015 einen Niederösterreichischen Kulturpreis.

Reaktionen

„Ich bin persönlich tief betroffen über die Nachricht des Ablebens von Mimi Wunderer, weil mich mit ihr und ihrem Mann seit vielen Jahrzehnten eine tiefe Freundschaft verbindet und wir auch im Kulturbereich eine enge Zusammenarbeit pflegten. Für die Stadt St. Pölten ist der Tod von Mimi Wunderer ein schwerwiegender Verlust. Wir verlieren eine herausragende Persönlichkeit der Kulturszene und einen herzensguten Menschen. Es ist nicht nur ein schwerer Verlust für St. Pölten, sondern auch für ganz Österreich“, betont Bürgermeister Matthias Stadler.

„Mimi Wunderer war eine Größe des niederösterreichischen Kulturlebens, die unglaublich viel für das Kulturland Niederösterreich geleistet und bewegt hat. “, reagiert Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner auf das Ableben Wunderers. Mikl-Leitner würdigt sie als „ganz besondere Persönlichkeit“ mit einer „weltumspannenden, hoch interessanten Lebensgeschichte“ und einer „ganz tiefen Verbundenheit mit Niederösterreich“.

Bestürzt zeigt sich auch Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl über das Ableben von Mimi Wunderer. Sie sei ein Fixstern am niederösterreichischen Kulturhimmel gewesen, so Schnabl: „Mit dem Tod von Mimi Wunderer verliert Niederösterreich eine Kulturschaffende mit Visionen und Mut zur kreativen Umsetzung. Unsere Anteilnahme gilt ihrer Familie und ihren Freunden.“

"Mit Mimi Wunderer verliert Österreich eine engagierte Kunstschaffende, die das Kulturleben in Österreich über viele Jahre entscheidend mitgeprägt hat", reagiert Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka betroffen über den Tod der verstorbenen Künstlerin. "Sie hat Flucht und Vertreibung in ihrem eigenen Leben erfahren müssen und hat nicht zuletzt auch diese Erlebnisse in ihr künstlerisches Leben einfließen lassen", so Sobotka.