Neues Buch: Heimatliches Gefühl im „feschen Dirndl“. Die in Tschechien geborene Wahl-St. Pöltnerin Zdenka Becker schildert in sechstem Roman ihre Integration in Österreich.

Von Mario Kern. Erstellt am 22. Februar 2019 (14:50)
Mario Kern
Zdenka Becker erzählt in ihrem neuen Buch „Ein fesches Dirndl“ ihre eigene Geschichte.

„Anfangs denkt man nicht an Integration. Man muss zuerst den Boden unter den Füßen spüren und das eigene Ich stärken“, erzählt Zdenka Becker von der ersten Zeit in Wien vor mittlerweile 44 Jahren. „Und wirkliche Integration kann nur von innen kommen.“ Heute spricht die 67-jährige erfolgreiche Schriftstellerin von ihrem Wohnort St. Pölten und ihrem Wahlland Österreich geradezu liebevoll als Heimat – dieses Heimatgefühl habe sich aber erst spät eingestellt, betont Becker im NÖN-Gespräch. „Erst als ich mich vor einigen Jahren in einem Dirndl pudelwohl fühlte, wusste ich, dass ich vollständig integriert war.“

Von ihrer Ankunft in Wien, den ersten Begegnungen mit den Österreichern, die ihr anfangs „so selbstbewusst vorkamen“, ihren beiden Geburten bis zur neuen Existenz in St. Pölten erzählt Becker in „Ein fesches Dirndl“. Der kürzlich im Gmeiner Verlag erschienene, mittlerweile sechste Roman der in Tschechien geborenen und in der Slowakei aufgewachsenen Literatin ist vollständig autobiographisch – die Lust an der Erzählung über ihre Integration fand Becker, nachdem sie darüber eine Kurzgeschichte für die Mostviertel-Anthologie des Landes verfasst hatte.

Am „Feschen Dirndl“ hat Becker nun zwei Jahre lang gearbeitet, hat wertvolle Erinnerungen an die Hürden der Bürokratie, ihre ersten „Gehversuche“ in der österreichischen Gesellschaft und ihre Zeit als junge Mutter in kurzweilige, flüssig erzählte 37 Kapitel mit einem liebevollen Blick auf ihre eigene Vergangenheit gegossen. Auch ihrer Tätigkeit als Deutschkurs-Lehrerin für Flüchtlinge widmet Becker Platz im neuen Buch.

Ihre literarische Retrospektive auf mehr als vier Jahrzehnte in Österreich präsentiert Becker am 21. März im Stadtmuseum sowie am 28. März im Rahmen eines slowakischen Autoren-Abends in der Landesbibliothek.