Privatfernseh-Pionier verkaufte sein P3tv. Rudi Vajda war einer der ersten in Österreich ,der lokale Berichte auf Bildschirme brachte. Eigentümer ist jetzt der Agrarverlag.

Von Beate Steiner. Erstellt am 20. Februar 2019 (10:29)
P3tv
Yurdagül Sener und Rudi Vajda mit dem Journalistenpreis Integration, den sie für das Sendeformat „Zweite Heimat“ erhielten.

P3tv-Eigentümer Rudi Vajda hat seinen Sender verkauft – nach beinahe 25 Jahren und über 20.000 Beiträgen. Die Idee für einen heimischen Privat-TV-Sender kam Rudi Vajda bei einem ORF-Dreh in Afrika. Damals, 1995, wollten die lokalen Kabelfernsehgesellschaften die neue gesetzliche Möglichkeit für Privatfernsehen nutzen, auch in der jungen Landeshauptstadt. Rudi Vajda bekam den Zuschlag. Am 12. Dezember 1995 ging P3tv auf Sendung.

Erlaubt waren nur Stehbilder, die Rudi Vajda in außergewöhnliche verwandelte. „Wir haben mit unseren Profi-Kameras gefilmt, die Bilder eingefroren und in schneller Abfolge geschnitten“, erinnert sich der Pionier der lokalen privaten Fernsehberichterstattung. Viktor Klima, damals Wirtschaftsminister, betrachtete die statischen Fotos als „Blödsinn“ und ebnete den Weg für bewegte Bilder. Seither erfreut P3tv die Seher mit Fernsehfilmen aus der Region.

Viele bekannte Journalisten und Kameraleute machten für P3tv ihre ersten Ansagen oder drehten ihre ersten Bilder. ORF-Reporter Jörg Hofer etwa, oder ZiB2-Shootingstar Martin Thür, von ORF-NÖ die Kameraleute Helmut Muttenthaler und Markus Posch sowie Redakteurin Doris Henninger.

Finanziert wird P3tv durch Werbung, einer der ersten Stammkunden war Rudolf Leiner. „Er hat sofort erkannt, welche Möglichkeiten bewegte Bilder bieten“, erinnert sich
Vajda. Jetzt hat der Agrarverlag das älteste bestehende Lokalfernsehen Österreichs gekauft. Rudi Vajda ist in seiner Pension nach wie vor Geschäftsführer, tut aber nebenbei das, was ihm am meisten Spaß macht: „Filme drehen, die mich interessieren und mit denen ich kein Geld verdienen muss.“ Zum Beispiel auch in Afrika.