Sehnsucht nach dem Campus-Leben. St. Pölten: Corona hat Studentenleben drastisch verändert. Besonders Studienanfänger stehen vor großen Herausforderungen.

Von Katharina Göber. Erstellt am 04. März 2021 (03:24)
Bernhard Strasser freut sich bei seinem Spaziergang über den St. Pöltner Campus wieder auf seinen Präsenzunterricht in Wieselburg.
Göber

Belebte Seminare, persönlicher Kontakt mit Studienkollegen und Partys sind in der Pandemie abgesagt – das macht gerade für Studienanfänger das Studium noch schwerer. Online-Vorlesungen, Gruppenarbeiten via Webcam und Lernen im Selbststudium sind die neue Realität. Derzeit befinden sich die Studierenden im Distance Learning. Das Campusleben haben sie noch nicht richtig kennengelernt. Das Knüpfen von sozialen Kontakten am Studienanfang war kaum möglich.

„Ich konnte zwar im Oktober einige meiner Kollegen im Präsenzunterricht kennenlernen, doch der Kontakt hat sich auf ein Minimum reduziert“, erzählt der St. Pöltner Bernhard Strasser über seinen Studienbeginn an der FH Wieselburg. Sein Start sei trotzdem angenehm gewesen, da er einen ehemaligen Schulkollegen zur Unterstützung habe. Die Vorstellung vom Studentenleben und die Realität liegen momentan weit auseinander. „Ich wollte eigentlich ausziehen und mein eigenes Leben führen“, sagt Jana Schneck, die an der FH St. Pölten Gesundheits- und Krankenpflege studiert. Daran sei im Moment nicht zu denken. Es gebe zwar vereinzelte Übungen vor Ort, aber: „Es fühlt sich nicht wirklich wie Studieren an.“

Trotz vieler Hürden auch Vorteile

Bernhard Strasser sieht allerdings auch positive Aspekte. Die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel und die Zeit fürs Pendeln nach Wieselburg spart er sich jetzt. IT-Security-Student Manuel Werka sieht einen Vorteil darin, dass die meisten seiner Vorlesungen der FH St. Pölten online aufgezeichnet werden und er sie noch einmal anschauen kann.

Trotz mancher Vorteile sind sich alle drei einig, dass Online-Vorlesungen für sie keine Dauerlösung sind und sie so schnell wie möglich auf den Campus zurückwollen. Jana Schneck freut sich am meisten auf den Präsenzunterricht, da es ein ganz anderes Gefühl sei, wenn man in einem Team ein Thema bearbeiten kann. Auch Manuel Werka ist gespannt darauf, seine Studienkollegen endlich persönlich sehen zu dürfen.