Spielsucht: Buchhalterin bediente sich bei Firmen-Konto

Erstellt am 23. Dezember 2019 | 15:00
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Dia Kassen klingelten ein wenig besser als 2017
Symbolbild
Foto: APA
38-Jährige erleichterte Dienstgeber um 116.000 Euro, das Geld verzockte sie. Vor Gericht setzte es Bewährungsstrafe.

Ihren Arbeitgeber erleichterte eine Buchhalterin (38) um 116.000 Euro, das Geld verzockte die St. Pöltnerin bei Spielautomaten. Am Landesgericht wird der Frau nun der Prozess gemacht.

Um ihre Spielsucht zu befriedigen, buchte die Buchhalterin Geld des Dienstgebers aufs eigene Konto, behob Bares unerlaubt mit einer Firmen-Bankomatkarte und leerte ein Firmen-Sparbuch. Dreieinhalb Jahre langte sie unbemerkt zu. „Man hat ihr vertraut, so hat man es übersehen, interne Kontrollen durchzuführen“, erklärt der Staatsanwalt im Prozess.

Ob der St. Pöltnerin bewusst war, dass sie über kurz oder lang auffliegen werde? „Ich habe immer gehofft, alles abdecken zu können“, sagt sie, „man rechnet ja immer mit Gewinnen.“

Das Minus am Konto des Arbeitgebers beglich die Angeklagte freilich nicht. Die Malversationen kamen ans Tageslicht, weil der Arbeitgeber eigene Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte. „Ich hab’ so ein komisches Bauchgefühl gehabt. Da haben wir dann nach dem Geld zu suchen begonnen“, erzählt eine Arbeitskollegin der Angeklagten, wie diese ins Visier geraten war.

Strenge fordert der Staatsanwalt. Denn: „Die Beschaffungskriminalität bei Spielsucht ist höher als bei Drogensucht. Das ist mittlerweile auch ein politisches Problem. Weil spielen darf in Österreich ja jeder.“

Wegen Untreue und Veruntreuung wird die 38-Jährige zu 15 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Einer Therapie muss sie sich unterziehen und den Schaden wieder gutmachen. Das Urteil ist rechtskräftig.