Streit vor Uniklinikum: Auf Videobeweis folgt Strafe. Vor dem Uniklinikum kam es zum Streit. Zweifach einschlägig vorbestrafter 29-Jähriger fasst bedingte Haftstrafe von 15 Monaten aus.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 22. Juli 2019 (19:09)

Wegen Raufhandels sitzen drei Männer nach einem Schlagabtausch auf dem Uniklinik-Areal am Landesgericht. Alle drei plädieren sie auf Notwehr.

„Alle drei? Und das obwohl das Notwehrrecht verwirkt ist, wenn man sich auf einen Raufhandel einlässt“, belehrt gleich zu Beginn der Richter. Beteiligt waren ein 29-Jähriger und dessen 63-jähriger Vater sowie ein 38-Jähriger. Weil der 38-Jährige zu knapp an den anderen und der Mutter des 29-Jährigen vorbeigefahren sei, soll dieser mit einer Geste und schreiend seinen Unmut kundgetan haben soll. Der 38-Jährige wendete und kam mit vermutlich überhöhter Geschwindigkeit zurück, der 29-Jährige gestikulierte erneut – schließlich endete der Streit in einem Schlagabtausch.

Auf einem Video ist der Vorfall festgehalten: Darauf ist zu sehen, dass der 63-Jährige versucht, mit zwei Faustschlägen den 38-Jährigen zu treffen. Dann hält der 29-Jährige den 38-Jährigen fest, der wehrt sich mit einem Kopfstoß. „Dann fallen alle Hemmungen. Sie schlagen mindestens neun Mal auf den 38-Jährigen ein“, so der Richter.

Der 38-Jährige wird im Zweifel freigesprochen. Der unbescholtene 63-Jährige kommt mit Diversion und einer Geldbuße von 1120 Euro davon. Ein Schmerzengeld von 200 Euro an den Freigesprochenen muss er ebenso zahlen wie der 29-Jährige. Der einschlägig Vorbestrafte fasst allerdings weitere 15 Monate bedingte Haftstrafe und eine Geldbuße von 5.200 Euro aus. Außerdem wird die Probezeit verlängert und der Mann muss erneut zum Anti-Gewalt-Training. Nicht rechtskräftig.