Verkehrsstrafen: Polizei machte ernst bei Handysündern. 2.600 Lenker wurden im Vorjahr mit Telefon erwischt, deutlich mehr als 2017. Insgesamt gab es weniger Anzeigen.

Von Thomas Werth. Erstellt am 22. Januar 2019 (05:39)
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Der Blick auf das Handy ist eine der häufigsten Unfallursachen. Die Polizei hat deshalb in St. Pölten wesentlich öfter kontrolliert und deutlich öfter gestraft.

Ablenkung ist die Unfall-Ursache Nummer eins. Meist ist es die Unachtsamkeit während des Telefonierens oder ein Blick auf die WhatsApp-Nachricht und schon kracht es. Gegen dieses massive Problem im Straßenverkehr ging die Polizei im Vorjahr noch rigoroser vor. Das hat Folgen: 2.600 Lenker wurden 2018 im Stadtgebiet mit dem Handy hinter dem Steuer erwischt, das sind um 465 mehr als noch 2017.

Insgesamt sank die Zahl der Organmandate und Anzeigen aber im Vergleich mit 2017. 10.817 erwischte Raser bedeuten einen Rückgang um 17,4 Prozent. 257 gestrafte Alko-Lenker sind um 8,5 Prozent weniger als 2017. Gleichzeitig hat Polizei die Zahl der Alko-Vortests aber um 5,3 Prozent auf 30.695 erhöht. In der hohen Kontrolldichte sieht Robert Morawetz vom Stadtpolizeikommando den Hauptgrund für den Rückgang der Anzeigen und Organmandate: „In keinem anderen Bezirk werden so viele Alko-Vortests durchgeführt wie in St. Pölten.“

Bei 251 Verkehrsunfällen wurden im Vorjahr 285 Personen verletzt. Eine Person starb auf den Straßen der Landeshauptstadt: Jener 82-jährige Mopedlenker, der Anfang Mai in die B1a einbiegen wollte und mit einem Pkw zusammenstieß, dessen Lenker bei Rot in die Kreuzung fuhr. Bei weiteren 1.272 Unfällen gab es Sachschaden. Die Zahlen sind vergleichbar mit jenen von 2017.

Bezirk überholt Stadt bei Schnellfahrern

Im St. Pöltner Bezirk gingen der Polizei vor allem Raser ins Netz. 4,4 Prozent Geschwindigkeitsüberschreitungen mehr wurden gestraft. Mit insgesamt 11.438 Rasern hat der Bezirk die Stadt überholt. „Es gab mehr Kontrolltage, an denen mit Radargeräten überwacht wurde“, erklärt sich das Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler. Die Zahl der erwischten Handy-Nutzer sank hingegen. „Dies ist auf die schwierige Vollziehung zurückzuführen, da die Lenker auf frischer Tat ertappt werden müssen“, so Pichler. In einer Stadt könne dies besser kontrolliert werden.

Bei 11.466 Alko-Vortests wurden im Bezirk 290 Personen angezeigt, was ein Minus von 8,8 Prozent bedeutet. Pichler: „Von einem Trend würde ich nicht sprechen. Die Kontrolldichte ist hier der Schlüssel zum ,Erfolg‘.“

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