St. Pölten

Erstellt am 14. Juli 2018, 04:57

von Mario Kern

Vokal-Kunstwerke für die Festspiele. Gerald Huber-Weiderbauer zeichnet seit Jahren für das Klangbild der Melker Sommerspiele verantwortlich.

Vokalist Gerald Huber-Weiderbauer ist musikalisch vielseitig.  |  NOEN, Georg

Die Sommerspiele Melk sind mittlerweile ohne seine kompositorischen Fähigkeiten und sein musikalisches Talent nicht mehr denkbar: Seit vier Jahren wirkt Bauchklang-Mitglied Gerald Huber-Weiderbauer bei den Theater-Produktionen mit. Der gebürtige Melker erarbeitete 2014 ein rhythmisches Konzept für den Arbeiter-Chor in „Metropolis“, ein Jahr später schrieb er die Kompositionen für die Produktion „Alice im Wunderland“, 2017 komponierte er Musik für „Die Bartholomäusnacht“.

Für die diesjährigen Sommerspiele hat er für das Theaterstück „Luzifer“ zusammen mit dem St. Pöltner Pianisten Christoph Richter mehr als 40 Musik-Stücke komponiert, produziert und aufgenommen. „Den größten Teil habe ich in den letzten beiden Wochen vor der Premiere geschrieben. Wenn mich etwas erfüllt und fasziniert, kann ich tagelang fast durcharbeiten.“ Für die dystopische Grundstimmung von „Luzifer“ hat sich Huber-Weiderbauer an die „kühle Soundästhetik von Bands wie Nine Inch Nails herangetastet“. Dabei kommen kaum Texte zum Einsatz, sondern großteils soundmalerische Vokal-Einlagen.

Für die Revue „Hells Bells“ hat der erfolgreiche Musiker nichts komponiert, dafür aber 25 Songs arrangiert und mit den neun Sängern einstudiert. „Ich machte das schon für die Revue im Vorjahr. Da war es noch ein Höllenritt, weil das für mich neu war. Diesmal hatte ich großen Spaß dabei.“ Auch nach der erfolgreichen Arbeit für die Melker Festspiele ist der Musiker vielbeschäftigt: Voriges Jahr absolvierte er zwei Auftritte mit Bauchklang. „Projektmäßig könnte sich da wieder etwas ergeben.“ Abseits davon leitet Huber-Weiderbauer den „Weltchor“ und den „Chor 50 plus“ im Festspielhaus und einen Jugendchor in Kirchberg. „Ich habe auch vor, wieder eigene Musik zu schreiben und mit einer Band aufzuführen. Eine Wunschliste mit Musikern habe ich schon in der Schublade.“