St. Pölten will wegen Truppenübungsplatz zum VfGH

Erstellt am 25. Juli 2012 | 13:57
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Matthias Stadler
Foto: NOEN
Die Stadt St. Pölten will - den 2009 erworbenen - vormaligen Truppenübungsplatz Völtendorf als naturnahen Naherholungsraum sichern.
Der Kauf des Areals sei eindeutig im öffentlichen Interesse, stellte Bürgermeister Matthias Stadler bei einer Pressekonferenz am Mittwoch klar und kündigte eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) an. Die Grundverkehrslandeskommission hatte den Kaufvertrag nämlich abgelehnt.

Die Beschwerde werde durch die Finanzprokuratur des Finanzministeriums eingebracht, erläuterte Stadler. Für das 140 Hektar große Areal wurden 2,5 Mio. Euro bezahlt, ohne grundbücherliche Eintragung ist die Stadt zwar Besitzer, aber nicht Eigentümer. Für jene Landwirte, die - seit langem - Teile des Geländes gepachtet haben, würde sich nichts ändern, betonte Stadler, dass eine ökologisch sinnvolle, "sanfte" Bewirtschaftung weiterhin möglich sein werde. Auch an eine gewerbliche Nutzung des Geländes sei nicht gedacht.

Dem Bürgermeister zufolge ist es bei aller Urbanität und Bekenntnis zum Wachstum der NÖ Landeshauptstadt im Interesse der Lebensqualität und des Umweltschutzes notwendig, Grünoasen zu erhalten und zu schaffen. Im Norden liegen u.a. die Viehofner Seen, im Süden gebe es weniger Naherholungsräume. Zudem liege das ehemalige Bundesheer-Areal zwischen den bevölkerungsreichen Stadtteilen St. Georgen und Spratzern.

Nach Abzug der Abtretungsflächen bleiben von den 140 Hektar 970.000 Quadratmeter, ein Gebiet, das 740 Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dient und damit zu den wertvollsten Naturregionen im Zentralraum zähle. Bisher seien mehr als 160 gefährdete Arten nachgewiesen worden, sprach Stadler von einem "Öko-Juwel". Auch in der Nachbargemeinde Ober-Grafendorf bestehe Interesse an der Schaffung eines Naherholungsgebietes.