"Wir alle für immer zusammen": Jugendtheater mit Hindernissen

Erstellt am 21. Januar 2022 | 08:10
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Foto: NOEN, Bühne im Hof
Mit dem Jugendtheaterstück "Wir alle für immer zusammen" nach dem Roman von Guus Kuijer, inszeniert von Jana Vetten, nach sechswöchiger Probenzeit und zwei Umbesetzungen, hat sich das Landestheater NÖ wieder in der St. Pöltner Bühne im Hof einquartiert.

Das Premierenpublikum zeigte sich am Donnerstagabend offenbar recht angetan.

Die Kultur hat es nicht leicht in diesen Tagen, also auch Theater nicht, und Jugendtheater sowieso nicht. Die elfjährige Polleke, die von der 31-jährigen Marthe Lola Deutschmann recht einfühlsam dargestellte Protagonistin, schon überhaupt nicht. Nee, wirklich nich. Denn ihr leiblicher Vater ist drogenabhängig, die Mutter geht eine Beziehung mit ihrem Lehrer ein, und der marokkanische Freund ist zwar cool und sehr ok, hat aber selbst schwere Troubles mit seiner Familie.

Die Bühne ist mit bunten Pölstern ausstaffiert, was naheliegend zu mancher Polsterschlacht einlädt. Dass Philip Leonhard Kelz außer dem Lehrer und dem Vater noch vier weitere Rollen verkörpert, macht die Sache allerdings zeitweise ebenso unübersichtlich wie der Umstand, dass die vielseitige Scharmien Zandi ebenfalls sechs Rollen übernimmt.

Schulveranstaltungen finden nicht statt

Zandi zeichnet auch für die Musik verantwortlich, die sich phasenweise erstaunlich nach Neue Deutsche Welle anhört, dann wieder mit knalligen oder soften Gitarrensoli die jeweiligen Stimmungen dynamisch untermalt. Nach einer Stunde und zehn Minuten ist das Stück zu Ende. Klar ist: Polleke wird sich nicht unterkriegen lassen. Das ist - als Message - schon mal ziemlich gut.

Weniger gut: Die neun geplanten Schulveranstaltungen an Vormittagen werden pandemie-bedingt nicht stattfinden können. Vorerst ist nur eine weitere Aufführung angesetzt. An Ersatzterminen werde gearbeitet, heißt es seitens des Landestheaters.