Rotheneder: Mit Mundart in ungewisse Klima-Zukunft. Rechtzeitig zum „Earth Overshoot Day“ (Welterschöpfungstag) präsentiert der St. Pöltner Künstler Martin Rotheneder musikalische News. Der Song „Gipfel“ wird heute, 30. Juli, veröffentlicht.

Von Teresa Lobinger. Erstellt am 30. Juli 2021 (08:32)
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Martin Rotheneder bringt am "Earth Overshoot Day" einen neuen Mundart-Song heraus.
Usercontent, Christoph Haiderer

„Wir haum den Gipfel gseng, kemma jetzt bitte wieder owegeh“. Mit diesen Zeilen macht Musiker und Songwriter Martin Rotheneder seiner persönlichen Betroffenheit über die erschöpfte Erde Luft: „Wir erleben eine unglaubliche Zuspitzung an Möglichkeiten, Wohlstand und Sicherheit. Zugleich steuern wir mit hoher Geschwindigkeit in eine äußerst ungewisse Zukunft zwischen Hochwasser und Hitzerekorden.“ Er frage sich, ob es uns ein Stück unterhalb vom „Gipfel“ nicht besser gehen würde, „wenn wir weniger brauchen und alles ein wenig langsamer angehen.“

musik.stp: In Pandemiezeit Herzensprojekt realisiert

Die Zeit der Pandemie nutzte er nun aber nicht etwa für ein neues Album, sondern realisierte mit musik.stp, einer Dachmarke für die vielfältige kreative Musikszene seiner Heimatstadt St. Pölten, ein langgehegtes Herzensprojekt. Die dafür gefilmten Interviews mit Kollegen, sowie der Wunsch nach mehr Ressourcenschonung durch einen stärkeren Fokus auf Regionalität inspirierten letztlich unterschwellig den Wechsel zur Mundart.

Was bleibt ist sein erdig-druckvoller Sound mit elektronischen Einsprengseln, mit der Akustikgitarre als Basis, gewürzt mit Drumsamples, Bass, E-Gitarre und diversen anderen, oft nicht gleich erkennbaren Sounds. Oben drüber die typische Stimme, die durch die Mundart trotzdem wieder neue Facetten bekommt.

Und dann ist da noch dieses Over-The-Top Gitarrensolo im Song „Gipfel“: „Ich hab ein paar Gitarrenlicks ausgegraben, die ich mal als Teenager geübt hab, und mir dazu am Computer einen fetten Verzerr-Sound gebastelt“, erinnert sich Rotheneder an die Entstehung. „Ich musste dann immer ganz breit grinsen, wenn das Solo im Song gekommen ist. Das hat so gut getan, das war so ein Ventil, eine Art Trotzreaktion auf die dunklen Wolken, die über dem Thema hängen.“

Mit „Gipfel" veröffentlicht er nun nach „Hamgaung" bereits den zweiten Song einer neuen EP, weitere folgen im Laufe der nächsten Wochen. Am Freitag, 30. Juli auf Spotify & Co. Am Cover sieht man in der Ferne übrigens nicht nur den Gipfel des Ötschers, sondern blickt auch auf die geplante S 34 Trasse. Bilder auch auf www.martinrotheneder.com.