Pottenbrunn: Flut kam trotz Rückhaltebecken

Erstellt am 26. August 2021 | 06:02
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Die Freiwillige Feuerwehr Pottenbrunn war beim letzten Unwetter gefordert.
Foto: FF Pottenbrunn
Erste Ausbaustufe des Rückhaltebeckens brachte nicht gewünschten Erfolg. Lösungen werden gesucht.

In der Vorwoche zog ein heftiges Unwetter auch über den Stadtteil Pottenbrunn und verwandelte die B 1 vom Friedhof herab sowie den Hungerfeldweg in einen Bach. Die Freiwillige Feuerwehr Pottenbrunn rückte sofort aus und konnte verhindern, dass die Wassermassen am Hofkellerweg in die Gebäude eindrangen:

„Und wieder war halb Pottenbrunn überschwemmt“, ärgert sich ein Bürger. Denn im Vorjahr wurde ein Rückhaltebecken errichtet, den erhofften Schutz brachte es nicht.

Der Pottenbrunner erinnert sich auch an ein ähnliches Unwetter im Vorjahr. Da sei weniger Erde abgeschwemmt worden. Allerdings wurde letztes Jahr Weizen angebaut. Heuer steht dort Mais und es kam zu starken Erosionen.

Das Projekt konnte bisher nur in der ersten von zwei geplanten Ausbaustufen realisiert werden. Ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von etwa 4.000 Kubikmetern (bei einer Fläche von etwa 5.400 Quadratmetern) errichtet, und zwar durch die Herstellung eines Dammes entlang der B 1 und vor der Kapelle.

„Zweite Ausbaustufe kann aufgrund der fehlenden Bereitschaft des Grundeigentümers nicht realisiert werden.“ Antwort vom Magistrat

Aufgrund fehlender Übereinkunft mit den Grundbesitzern konnte nördlich des Friedhofes kein Damm errichtet werden. „Das wäre die zweite Ausbaustufe gewesen. Diese kann aufgrund der fehlenden Bereitschaft des Grundeigentümers auch nicht realisiert werden“, heißt es aus dem Rathaus. Es werde aber versucht, eine Entschärfung durch Maßnahmen direkt am öffentlichen Gut zu erreichen.

Zu den Überschwemmungen trage auch die Bewirtschaftung der Ackerflächen wesentlich bei. So komme es durch Maisanbau zur Versiegelung. „Die Fruchtwechselwirtschaft würde die Sickerfähigkeit der Böden deutlich verbessern.“

Eine Lösung gibt es für das Problem nicht. „Mutmaßlich sind es nur sehr wenige Bauern, die bereit wären, Ackerflächen gegen Bezahlung eines Ertragsentgangs in eine Wiese zu rekultivieren, und alleine diese Maßnahme würde auch keine Abhilfe schaffen – es braucht sicherlich noch damit einhergehende Retentionsmaßnahmen“, heißt es aus dem Magistrat.

Das aktuell größte Regenrückhaltebecken in St. Pölten ist in der Kunrathstraße. Es ist baulich bereits fertiggestellt und wird bald der Bevölkerung als Erholungs- und Freizeitareal mit Grünraum bereitstehen.