St. Pöltner Tag auf der Schallaburg

Erstellt am 25. Juli 2014 | 22:11
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Foto: NOEN, mss/Vorlaufer
Die aktuelle Ausstellung auf der Schallaburg beschäftigt sich mit dem 1. Weltkrieg und seinen Auswirkungen. Eine Delegation aus der Landeshauptstadt machte sich im Renaissanceschloss ein Bild von "Jubel und Elend".

Heute fand der offizielle „Tag der St. Pöltner auf der Schallaburg“ statt. Mehr als 200 Personen nutzten das Angebot eines kostenlosen Shuttleservice sowie einer Eintrittskarte für einen symbolischen Euro und besuchten die Schallaburg und die aktuelle Ausstellung.



Im Anschluss luden Bürgermeister Mag. Matthias Stadler und Schallaburg-Geschäftsführer Kurt Farasin zu einem gemütlichen Ausklang ein. Nebst musikalischer Umrahmung durch die Blasmusik der Stadt St. Pölten stand auch eine kostenlose Weinverkostung (Hauptstadtwein „Dialog“ von Winzer Tom Dockner) am Programm, ebenso wie Freibier der Egger-Privatbrauerei. Dazu wurden Nussbrot und Brezen kredenzt.

Ausstellung

„JUBEL & ELEND. Leben mit dem Großen Krieg 1914-1918“ ist die bisher umfassendste Ausstellung zum Ersten Weltkrieg. Auf 1.300 Quadratmetern beleuchtet die Schallaburg als internationales Ausstellungszentrum mit 1.000 Exponaten von 140 nationalen wie internationalen LeihgeberInnen sowohl die persönlichen Schicksale als auch die globalen Perspektiven der historischen Ereignisse.

St. Pölten im Krieg

Auch in St. Pölten war der erste Weltkrieg ganz deutlich spürbar: 675 Kriegsopfer aus der heutigen Landeshauptstadt  wurden aufgezeichnet, aber auch Streikwellen erschütterten die Industriestadt.
Apropos Industrie: St. Pölten hatte neben der „Gasserfabrik“, die hier unter anderem Revolver herstellte auch eine Torpedofabrik. „Whitehead“ wurde von Rijeka in die Stadt an der Traisen verlegt und zahlreiche italienischsprachige Arbeiter produzierten am Gelände der Glanzstoff Geschoße für die Marine.

Nach Kriegsende löste sich die alte Ordnung auf und auch in St. Pölten bildeten sich Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte. 1919 erreichte die Sozialdemokratische Partei erstmals die absolute Mehrheit in St. Pölten, leitete jedoch schon davor die Gemeindegeschäfte. Auch das Militär wurde nach Kriegsende aufgelöst und die Garnisonsstadt St. Pölten wurde zu einem Standort der neuen Volkswehr.

Nach Kriegsende wurden zahlreiche Gebäude von der Stadt übernommen, um die herrschende Wohnungsnot zu beseitigen, unter anderem das Kriegsgefangenenlager in Spratzern(hier wurden zehntausende Personen inhaftiert) oder das Kriegsspital in der Herzogenburger Straße.