Christian Rapp: „Historie kann helfen“. Nach seinem ersten Jahr als wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte will Christian Rapp weiter Diskurs stärken.

Von Mario Kern. Erstellt am 20. Januar 2019 (05:52)
zVg
Christian Rapp ist seit einem Jahr wissenschaftlicher Leiter im Haus der Geschichte

Mit Feststellungen wie „Krisen relativieren sich beim Blick ins Geschichtsbuch“ und „Geschichte kann helfen, die Gegenwart entspannter zu sehen“ macht Christian Rapp ermutigt zur Auseinandersetzung mit der Historie. Auf den Diskurs legt der wissenschaftliche Leiter des Hauses der Geschichte auch ein Jahr nach seinem Dienstantritt besonders viel Wert. „Wenn Menschen miteinander über die Geschichte und die eigenen Erlebnisse sprechen, ist schon viel passiert. Ein Museum ist ein wunderbarer Ort, um zu erkennen, wo man als Teil der Gesellschaft hinsehen muss und wo man vielleicht doch eher in Hysterie verfällt.“

Das Zeitzeugen-Forum „Erzählte Geschichte“ habe sich als Gelegenheit für Reflexion besonders bewährt. Gäste wie der Holocaust-Überlebende Marko Feingold, Peter Turrini und Schriftsteller Martin Pollack hätten viele Besucher ins Haus gelockt, so Rapp. „Wir werden dieses spannende und wichtige Format definitiv beibehalten.“

Als Leiter des wissenschaftlichen Teams mit Benedikt Vogl und Andrea Thuile fühle er sich in Österreichs erstem Haus der Geschichte gut aufgehoben, betont Christian Rapp. In seinem ersten Jahr gab der Kulturwissenschaftler nicht nur den Feinschliff der Dauerausstellung sondern entwickelte auch Zukunftspläne für die nächsten Ausstellungen.

Lebenswelten der Jugend im Museum

Der Diskurs steht dann auch bei der Sonderschau „Meine Jugend – deine Jugend“ ab 26. April im Mittelpunkt. Material von Workshops mit mehr als 100 Jugendlichen – darunter zwei Klassen der Mary-Ward-Schule, eine Klasse der HTL und Jugendliche aus dem Steppenwolf – helfen Rapp und Co., die Lebenswelten von Jugendlichen seit 1945 darzustellen. „Da gibt es die ‚ewig gleichen Bedürfnisse‘, aber auch rasante Entwicklungen, etwa im Bereich der Kommunikation.“