St. Pölten

Erstellt am 05. Dezember 2018, 04:41

von Mario Kern

St. Pöltner Saunacity erhitzt Gemüter. Opposition beklagt Verteuerung um 396.000 Euro. Magistrat: „Steigerung im Toleranzbereich.“

Die Mehrkosten für die Sauna sorgen für hitzige Debatten.  |  Vorlaufer

Während die ersten Gäste in der modernisierten und neu gestalteten Saunacity in Kräuterdampfbad und Co. entspannen, sorgt die 1.000 Quadratmeter große Wohlfühloase für erhitzte Gemüter im Gemeinderat: VP und FP üben heftige Kritik an der Steigerung der ursprünglich beschlossenen Attraktivierungs-Kosten von 1,26 auf 1,65 Millionen Euro.

Die „laienhafte Herangehensweise“ beim Umbau der Sauna komme die Bürger teuer zu stehen, moniert FP-Stadtrat Klaus Otzelberger. Die Steigerung von 31,5 Prozent bedeute Mehrkosten in der Höhe eines Einfamilienhauses, ergänzt VP-Gemeinderat Mario Burger.

Der Baumeister bekrittelt vor allem die Begründungen für die Zusatzarbeiten: Im Bericht der Bäder-Verwaltung heiße es, dass in der Saunalandschaft Brandschotte nicht vorhanden waren oder nicht den Vorschriften entsprachen. Zudem seien einbetonierte Kanalleitungen im Fußbodenbereich abgebrochen worden, weil die Leitungen aus den Bestandsplänen nicht ersichtlich waren.

„Bei der Aquacity handelt es sich aber um ein Gebäude im Stadteigentum. Nun tun alle so, als hätten wir das Haus angekauft“, so Burger. Die Mängel hätten nicht nur der Behörde, sondern auch den Fachleuten auffallen müssen. „Da funktionieren offensichtlich die Kontrollmechanismen nicht. So haben wir zusätzlich zum durchschnittlichen jährlichen Abgang von einer Million Euro immer wieder Sanierungskosten und Mehrkosten durch Fehler aus der Vergangenheit.“

„Mehrkosten liegen im Toleranzbereich“

Beim Magistrat versteht man die Kritik der Opposition nicht – zu sachlichen Details gibt es aber keine Antwort. „Die Maßnahmen waren notwendig, liegen im Toleranzbereich und das Ergebnis kann sich sehen lassen“, betont Rathaussprecher Martin Koutny. Er verweist darauf, dass es sich bei den im Jänner 2017 beschlossenen 1,26 Millionen Euro um Schätzkosten auf der Basis eines Gestaltungskonzeptes handelt.

„Das war noch kein detaillierter Plan, sondern eine Kostenschätzung laut Önorm in der Vorentwurfsphase. Die Änderungen und Auflagen aufgrund von Behördenvorschreibungen waren in dieser Phase weder abschätzbar noch planbar“, so Koutny. SP-Bürgermeister Matthias Stadler erläutert, die Mehrkosten von 396.000 Euro seien neben einer Baukostenindex-Steigerung den im Zuge des Umbaus notwendig gewordenen Zusatzarbeiten zu „verdanken“. „Vieles tauchte erst während der Arbeiten auf, nun sind wir aber am neuesten Stand der Technik.“

Die Mehrkosten beschloss die SP alleine, die VP stimmte dagegen, die FP enthielt sich. Einstimmig abgesegnet wurden die neuen Bade-Tarife.