Erstellt am 10. Juli 2018, 06:00

von Beate Steiner

Wirbel um Direktions-Provisorium. Amstettnerin ist jetzt Leiterin des Schulzentrums Eybnerstraße. Margit Simon, Stellvertreterin der alten Direktorin, fühlt sich übergangen und unternimmt rechtliche Schritte.

Das SZE in der Eybnerstraße ist noch ohne fixe Direktorin.  |  SZE

Eine der größten Schulen des Landes, das Schulzentrum Eybnerstraße, hat auch im kommenden Schuljahr keine fixe Direktorin. Mit Ende Juni hat der Landesschulrat die Amstettner Lehrerin Sabine Geissberger als provisorische Leiterin eingesetzt. Margit Simon, schon Stellvertreterin der pensionierten Direktorin Sigrid Zöchling, fühlt sich übergangen. Sie vermutet, dass die Nähe ihrer Familie zur SP bei ihrer Nichtbestellung eine Rolle gespielt habe.

Dem widerspricht Fritz Lengauer, Pressesprecher von Bildungsdirektor Johann Heuras: „Ein unabhängiges Institut hat beim Hearing im September die Qualifikation der Bewerberinnen geprüft.“

Margit Simon unterrichtet seit 28 Jahren an der HLW.  |  privat

Die Reihung hat dann das Kollegium des Landesschulrats erst nach der Landtagswahl vorgenommen und die Herzogenburgerin Margit Simon mit den Stimmen der VP und FP an die zweite Stelle gereiht. Simon ist allerdings überzeugt, dass ihre jahrelangen Erfahrungen in der Beurteilung nicht berücksichtigt wurden und hat mit Unterstützung von Anwalt Andreas Rudolph Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Auch der Jurist vermutet eine „Umfärbeaktion“ an der traditionell „roten“ Schule: „Wir wollen ein unabhängiges Gericht entscheiden lassen“, so Rudolph. „Es ist nicht verständlich, warum nicht die gleich gute Kandidatin genommen wurde, die die Schule kennt.“

Derzeit liegt das Ansuchen des Landesschulrats beim Ministerium. Der Minister kann sich allerdings Zeit lassen. Denn „das Provisorium wird erst beendet, wenn der Rechtsstreit geklärt ist“, sagt Fritz Lengauer.