Spannendes Helden-Epos für Jugendliche. „Die Nibelungen“ werden heuer als Kooperation zwischen Landestheater und Bühne im Hof gespielt.

Von Beate Steiner. Erstellt am 17. Januar 2020 (06:05)
Valentin Postlmayr und Philipp Kelz in der Matthias Spaans Inszenierung von Friedrich Hebbels Drama „Die Nibelungen“.
Alexi Pelekanos

Mit Beginn der Intendanz von Daniela Wandl lockt die Bühne im Hof einmal im Jahr mit einem Jugendtheaterstück, das vom Landestheater NÖ inszeniert und vom Publikum bestens angenommen wird. Heuer steht ab Mittwoch, 22. Jänner, das wohl bekannteste europäische Heldenepos auf dem Programm – die Nibelungen in der Fassung von Friedrich Hebbel.

Warum sie dieses Liebesdrama gewählt hat, die alte Geschichte über Freundschaft und Verrat, verrät die künstlerische Leiterin des Theaters, Marie Rötzer.

NÖN: Warum die Nibelungen?
Marie Rötzer: Die Sage über die „Nibelungen“ ist eine der größten europäischen Erzählungen. Die Suche nach dem Schatz, die Tarnkappe, der unverletzbare Held Siegfried, sein Gegenspieler Hagen genauso wie die starken Frauenfiguren Brunhild und Kriemhild, all das ist ein unerschöpflicher Legendenfundus. Letzten Endes geht es aber darin um sehr heutige Themen und Fragestellungen: Was bedeutet Heldentum heute? Wofür sollen wir kämpfen? Wie wichtig ist Freundschaft? Interessant ist aber auch, dass die mythische Geschichte im niederösterreichischen Donauraum angesiedelt ist.

Warum jedes Jahr ein Jugendtheaterstück?
Rötzer: Das Kinder- und Jugendtheater ist eine wesentliche Säule innerhalb unseres Programms. Kinder und Jugendliche sind das Theater- und Kulturpublikum der Zukunft. Außerhalb der digitalen Medien wollen wir den Jugendlichen von zwölf bis 16 Jahren mit aufregenden Geschichten auf der Bühne, verkörpert von ‚echten‘ Schauspielern und Schauspielerinnen, ein nachhaltiges und analoges Theatererlebnis bieten.

Warum in der Bühne im Hof?
Rötzer: Die Bühne im Hof ermöglicht uns, mit einer unaufwendigen Ausstattung, und einer direkten und unverbrauchten Spielweise eine größtmögliche Wirkung und Nähe zu unseren jungen Zuschauern herzustellen. Oft wird auch Live-Musik eingesetzt, wie etwa bei ‚Anders‘, einer Coming-of-Age-Geschichte, in der unser Schauspiel-Ensemble als Musik-Band aufgetreten ist. In der letzten Spielzeit feierten wir einen großen Erfolg mit „Die Sprache des Wassers“, in dem die beeindruckende Musikerin Jelena Popržan mitspielte und auch eine faszinierende Videoästhetik eingesetzt wurde. Mittlerweile erhalten unsere Jugendstücke schon überregionale Aufmerksamkeit, wir werden zu Festivals eingeladen und mit renommierten Preisen ausgezeichnet.