Betriebsrat fordert Personal-Plan bis Mai. Personalvertreter erwarten von Holding Vorschläge zur Lösung von Mitarbeitermangel.

Von Thomas Werth. Erstellt am 24. April 2019 (05:42)
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Kurz nach dem Hilferuf des Betriebsrats gab es wieder personalbedingte Aufregung im Universitätsklinikum. So soll laut einem Medienbericht aufgrund von Krankenständen die Ambulanz teilweise gesperrt gewesen sein. Cornelia Bunkrad von der NÖ Landeskliniken-Holding dementiert allerdings. „Die Notfallaufnahme war immer uneingeschränkt in Betrieb.“ Aufgrund von kurzfristigen Krankenständen seien aber intensivüberwachungspflichtige Patienten nach der Erstversorgung nicht direkt in der Notfallambulanz, sondern an anderen Intensivbetreuungseinheiten des Spitals betreut worden.

Dies macht die Bedeutung eines ersten Treffens des Betriebsrats mit dem Management in der Vorwoche deutlich. „Es ist zumindest eine Reaktion gekommen“, resümierte Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Schrefl danach. Die Spitalsleitung habe zugesichert, die Hotspots zu ergründen und für schnellere Nachrückungen zu sorgen. „Bislang sind das aber reine Lippenbekenntnisse“, so Schrefl. Beim nächsten Treffen Ende Mai erwartet sich Schrefl, dass Konkretes am Tisch liegt. „Es muss bis dahin einen Fahrplan seitens der Holding geben – aber ohne politische Spielchen. Andernfalls überlegen wir weitere Schritte.“

„Es zählen Qualifikation und Fertigkeiten, alle Einstellungen erfolgen anhand klarer, allgemeingültiger und objektiver Kriterien.“ Cornelia Bunkrad, Landeskliniken-Holding

Wie viel Personal derzeit fehlt, sei laut Schrefl noch nicht messbar: „Aber das Gefühl der Mitarbeiter und jenes der Holding klaffen deutlich auseinander.“ Für ihn fehlt es nicht nur generell an Personal. Ein weiteres Problem sei die geringere Besetzung aufgrund falscher Kategorisierung. Intensivstationen wie die 3. Med 1 müssten von Kategorie zwei auf Kategorie drei angehoben werden. „Dadurch würde mehr Personal eingesetzt werden können. Aber das Prozedere ist nicht ganz einfach“, weiß Schrefl.

Cornelia Bunkrad hält dagegen, dass in den vergangenen zehn Jahren, in denen die Holding für alle Krankenhäuser in NÖ zuständig ist, die Anzahl der Mitarbeiter im St. Pöltner Spital gestiegen sei. „Bei den Ärzten um rund 130 Vollzeitäquivalente“, so Bunkrad. Die Zahl der stationären Aufenthalte sei in diesem Zeitraum um rund 4,7 Prozent gesunken, jene der ambulanten Behandlungen um rund 13,2 Prozent gestiegen.

Polit-Kritik wegen „Parteibuchwirtschaft“

Im Zuge des Ringens um mehr Personal entflammte auch eine Debatte um angeblichen politischen Einfluss bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern. Bei der NÖN meldete sich ein diplomierter Krankenpfleger, der meint, aufgrund seiner SP-Vergangenheit seit Jahren keine Chance auf einen Job im Spital zu haben. Schrefl kann das teilweise bestätigen: „Da sind alle Parteien gleich. Doch bei gewissen Berufen sollte das hintangestellt werden.“

Die Gesundheitssprecherin der Landes-SP Karin Scheele kritisiert im Zusammenhang mit dem Personalmangel, „dass für den Landesdienst nicht immer die Besten, sondern die Schwärzesten ausgewählt werden“ und wittert einen „Skandal“. Für FP-Klubobmann Martin Huber müsse der „unerträglichen Parteibuchwirtschaft in NÖ schleunigst ein Ende gesetzt werden“.

Cornelia Bunkrad weist diese Vorwürfe zurück: „Es zählen Qualifikation und Fertigkeiten. Alle Einstellungen erfolgen anhand klarer, allgemeingültiger und objektiver Kriterien. Sollte es diesbezüglich andere Meinungen geben, kann man sich gerne mit einer entsprechenden Falldokumentation bei der Personalabteilung melden.“