Aggressivität gegen Personal nimmt zu. Bei niedergelassenen Ärzten gibt es kaum Fälle von Übergriffen. Aufholbedarf herrsche bei Sicherheit in Spitälern.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 08. August 2019 (03:01)
NOEN, Archiv
Universitätsklinikum St. Pölten

Vor rund einem Monat kam es im SMZ Süd in Wien zu einem gewalttätigen Vorfall. Ein Patient attackierte einen Arzt. In Niederösterreich gab es im Vorjahr über 2.500 gemeldete Übergriffe dieser Art. Auch im Universitätsklinikum St. Pölten kann ein Anstieg von Aggressivität gegenüber dem Personal verzeichnet werden.

 

„In erster Linie handelt es sich hier um verbale Angriffe wie Beschimpfungen und Drohungen, gefolgt von Aggression durch Körpereinsatz und Bespucken“, erklärt Uniklinik-St. Pölten-Sprecher Thomas Wallner. Die Holding reagiert auf diesen Anstieg, indem dem Personal Möglichkeit zu einer Ausbildung im Umgang mit aggressiven Personen geboten wird.

„Primäres Ziel ist es, bereits im Vorfeld eine mögliche Eskalation zu verhindern“, so Wallner. Weiters würden Hinweisschilder in den Ambulanzen darauf hinweisen, dass tätliche Angriffe, Drohungen und Beschimpfungen gegen das Personal, aber auch gegen Patienten ausnahmslos bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden.

„In erster Linie handelt es sich hier um verbale Angriffe wie Beschimpfungen und Drohungen, gefolgt von Aggression durch Körpereinsatz und Bespucken“

Bei niedergelassenen Ärzten würden sich wenige Anzeichen für Gewaltbereitschaft der Patienten gegenüber Ärzten zeigen. „Mir persönlich sind keine Berichte über Gewalt oder Gewaltandrohung gegenüber medizinischem Personal bekannt. Dies ist aufgrund der oft persönlichen Beziehung zum Arzt eher unwahrscheinlich“, meint Florian Fiedler, Fachärztevertreter für St. Pölten.

„Ordinationen im niedergelassenen Bereich brauchen derzeit sicher keine Sicherheitskräfte“, sagt auch Bezirksärztevertreter St. Pölten-Land Andreas Barnath. In gewissen Spezialambulanzen des Krankenhauses oder in der Notaufnahme sollte aber bei Nacht seitens der Holding durchaus überlegt werden, Sicherheitskräfte zu installieren.

„Eigentlich sind auch die Zustände, was den Zutritt zu öffentlichen Spitälern betrifft, mittelalterlich und mit ein Grund für doch immer wiederkehrende Diebstähle“, meint Barnath. Auch der Datenschutz der Patienten werde vernachlässigt, wenn man als Besucher ohne Kontrolle in Bettenstationen gehen kann.