Freude und Ärger nach S 34-Bescheid. Während die Asfinag mit Ergebnis gerechnet hat, fühlen sich die Grundstückseigentümer ignoriert.

Von Thomas Werth. Erstellt am 11. November 2019 (16:37)

450 Seiten stark ist der positive Bescheid des Verkehrsministeriums zur Umweltverträglichkeit der Traisental-Schnellstraße. Darin festgehalten sind nun auch die weiteren Maßnahmen, die die Asfinag noch in der Planung der S 34 berücksichtigen muss. „Es steht exakt das drinnen, was wir erwartet haben und was sich bereits bei der UVP-Verhandlung abgezeichnet hat. Das zeigt auch, dass wir im Vorfeld bereits gute Arbeit geleistet haben“, meint Asfinag-Projektleiter Leopold Lechner.

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Quelle/Karte: ASFINAG; NÖN-Grafik: ASFINAG/Bischof

Nachbessern muss die Asfinag beispielsweise beim Lärmschutz und lärmmindernden Auftragen des Asphalts. Weiters sind zusätzliche Vorkehrungen zum Schutz des Wachtelkönigs zu treffen. Außerdem wurde die Beweissicherung auf weitere Brunnen ausgeweitet.

Enttäuscht vom Bescheid des Ministeriums ist Anton Hieger, der rund 40 Eigentümer von betroffenen Grundstücken bei der UVP-Verhandlung vertreten hat. „Mit wenigen Sätzen wurde alles widerlegt, was wir eingebracht hatten - in jedem einzelnen Bereich hat das öffentliche Interesse überwogen.“ Bei der UVP-Verhandlung habe man sie noch lange reden lassen und den Eindruck erweckt, man nehme sie ernst. „Jetzt heißt es nur pauschal, dass die Expertenmeinungen nicht entkräftet werden konnten“, ärgert sich Hieger. Ein Einspruch gegen den UVP-Bescheid sei daher fix. „Wir werden weiterkämpfen – vor allem in diesen Zeiten, in denen alle von Umwelt- und Klimaschutz sprechen.“

Kritik am Bescheid kommt auch aus der Anrainer-Gemeinde Ober-Grafendorf. „Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist eine Farce und hat diesen Namen nicht verdient. Es werden 100 Hektar für die S 34 zuasphaltiert. Eine Landstraße würde vollkommen reichen, aber so werden jetzt 200 Millionen Euro Steuergeld verschwendet“, ärgert sich Bürgermeister Rainer Handlfinger (SPÖ).

Baubeginn der S 34 nicht vor 2022

Lechner ist vom Einspruch gegen den Bescheid nicht überrascht: „Das ist noch bei jedem derartigen Projekt passiert.“ Die Asfinag startet trotzdem Gespräche für die Grundeinlöse. „Das wird ein langer Prozess“, vermutet Lechner. Mit dem Baubeginn ist laut Lechner aus heutiger Sicht nicht vor 2022 zu rechnen. Bereits 2021 könnte aber mit archäologischen Grabungen und naturschutzrechtlichen Vorarbeiten begonnen werden.