Vater verging sich an achtjähriger Tochter

Erstellt am 26. September 2011 | 00:00
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MISSBRAUCH / 55-Jähriger leugnet hartnäckig, sich an seinem Kind vergriffen zu haben. Schöffensenat verhängt vier Jahre Haft.

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Richterin Mag. Andrea Humer glaubt dem Opfer. NÖN
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VON CLAUDIA STÖCKLÖCKER

ST. PÖLTEN / „Ich verabscheue so etwas. Ich mache so etwas nicht. Ich habe sie nie angegriffen.“ Konsequent leugnet ein 55- jähriger Notstandshilfebezieher aus St. Pölten vor einem Schöffensenat, sich an seiner eigenen Tochter vergangen zu haben.

Die Übergriffe sollen ab dem Jahr 2007 an der damals Achtjährigen stattgefunden haben. „Der Angeklagte hat seine Tochter aufgefordert, sich auszuziehen, sie begrapscht und zu sexuellen Handlungen aufgefordert“, wirft der Ankläger im Prozess am Landesgericht St. Pölten vor.

Pornografische Filme  vor dem Kind

Ans Tageslicht kamen die Abscheulichkeiten in einem Kinderbetreuungsheim. Die Jugendwohlfahrt hatte das Mädchen dort wegen diverser Vorfälle untergebracht, einer Betreuerin erzählte das Kind dann Unfassbares. In einem Gedächtnisprotokoll schreibt die Erzieherin: Pornografische Filme habe das Mädchen zu Hause gesehen, zu sexuellen Handlungen habe der Angeklagte seine damalige Lebensgefährtin vor der Tochter aufgefordert und unsittlich habe der Vater das Kind berührt. „Das war nicht schön“, soll das Mädchen erzählt haben. „Lügt das Kind?“, fragt Richterin Andrea Humer. „Ich weiß es nicht“, antwortet der 55-Jährige.

24 Vorstrafen zeugen  von Gewalt und Aggression

Für Gerichte ist der St. Pöltner jedenfalls kein Unbekannter. Gewalt und Aggression ziehen sich wie ein roter Faden durch sein ganzes Leben. 24 Mal ist der 55-Jährige schon vorbestraft, gleich 15 Mal davon wegen Gewalttaten. Nun wird er wieder schuldig gesprochen, ein Schöffensenat glaubt seine Version nicht. „Grundsätzlich geht man davon aus, dass Kinder die Wahrheit sagen“, sagt die Richterin.

Für den 55-Jährigen setzt es wegen des Verbrechens des sexuellen Missbrauchs und des Vergehens des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses vier Jahre hinter Gittern. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.