„Viele Herrl achten nicht auf Verhalten“

Erstellt am 24. September 2012 | 00:00
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Hundeauslaufzone / Seit über einem Jahr können Hunde und Herrl am Renkeweg ungestört toben. Hundetrainerin analysiert die Lage.

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Hundetrainerin Elke Fleischer besucht mit ihren Vierbeinern Cooper und Henry gerne zwischendurch die Hundeauslaufzone. Sie ist grundsätzlich begeistert, kritisiert aber das Verhalten von so manchem Herrchen.Prochaska
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Von Stefanie Prochaska

ST. PÖLTEN / Die Hundeauslaufzone am Renke weg bietet Vierbeinern und ihren Haltern eine Auslauffläche von 2.150 m. Sie ist zwar nicht übermäßig frequentiert, wie Stadtgärtner Robert Wotapek wissen lässt, werde aber grundsätzlich sehr gut angenommen. Die Stadtgärtnerei kümmert sich um die gärtnerische Pflege des Grundstücks. „Hinsichtlich der Sauberkeit sind wir positiv überrascht. Nur vereinzelt bleibt Hundekot liegen. Auch sonst achten die Besucher auf Sauberkeit“, lobt Wotapek.

ÖKV-Trainerin Elke Fleischer sieht die Situation in der Hundeauslaufzone ebenso wie Wotapek. „Extrem viele Leute kommen mit ihren Hunden hier nicht hin. Wobei man auch sagen muss, dass nicht mehr als sechs Hunde hier spielen sollten, da es sonst sehr eng wird“, meint Fleischer. Bei verantwortungsvollen Hundehaltern und entsprechend sozialisierten Hunden wären nette Sozialkontakte unter den Vierbeinern möglich, die diesen besonders zugute kommen. Auch der Erfahrungsaustausch unter Hundebesitzern werde so gefördert.

Die Größe der Auslaufzone empfindet die Trainerin aber in Konfliktsituationen negativ. „Als Herrl kann es da schwierig werden, einen Konflikt gut aufzulösen. Und die Bäume, die gefpflanzt wurden, schaffen auch noch keinen Schatten, was im Hochsommer sehr gefährlich sein kann für die Hunde.“

Ein großes Problem sei aber, dass viele Hundehalter im Umgang mit ihren Tieren sehr unerfahren seien. „Viele Herrl achten nicht auf das Verhalten ihrer Hunde oder finden es lustig, wenn sich der Hund vor anderen, größeren auf dem Rücken liegend welzt und unterwürfig ist. Dass der Hund dabei gemobbt wird und das purer Stress für ihr ist, erkennen sie nicht“, kritisiert sie besonders jene, die mit Welpen und jungen Hunden in die Auslaufzone kommen. Sie sollten ihrer Meinung nach besser mit dem Hund auf einem Hundetrainingsplatz spielen.

Fleischer plädiert außerdem für eine Abschaffung von rassespezifischen Gesetzen und Vorschriften. Stattdessen sollte eine allgemeine Pflicht zur Information und Fortbildung vor Anschaffung eines Hundes eingeführt werden. „Durch diverse negative Medienberichte hat das Image der Hunde stark gelitten. Doch das Problem ist nie der Hund, sondern der Mensch, der den Hund nicht lesen kann und/oder falsch agiert und reagiert“, sagt die Hundetrainerin. Man müsse sich mit seinem Tier auseinandersetzen und es gut erziehen. „Es ist auch ein Unding, in die Hundeauslaufzone zu kommen, den Hund einfach abzuleinen und sich zu denken ,Der beschäftigt sich schon‘. Auch hier muss man aktiv sein als Halter.“