St. Georgen: Engagement für ÖBB-Haltestelle Hart-Wörth gefordert

Hart-Wörth soll nun doch geschlossen werden, Pendlerin hofft auf Umdenken.

Erstellt am 25. November 2021 | 04:18
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Doris Vulinovic nutzt den Zug mehrmals die Woche, um von Hart nach Wien zu pendeln. Die Haltestelle soll im April geschlossen werden. Unterstützung holte sie sich von Christina Engel-Unterberger (rechts) von den Grünen.
Foto: Die Grünen St. Pölten

Aufkeimende Gerüchte um die Schließung der Haltestelle Hart-Wörth hatten die ÖBB vor einigen Monaten noch dementiert. Im April 2022 soll sie nun doch geschlossen werden.

„Mit der Übersiedelung der ÖBB-Ausbildungsstätte von Hart-Wörth zum neuen ÖBB-Bildungscampus und der Inbetriebnahme der dortigen Haltestelle“, erklärt ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

„Wer im Jahr 2021 Haltestellen des öffentlichen Verkehrs in einem dicht besiedelten Stadtgebiet stilllegt, hat den Auftrag unserer Zeit nicht verstanden.“Grünen-Stadträtin Christina Engel-Unterberger.

Für die Anrainer stehe eine Busverbindung zur Verfügung und in weniger als einem Kilometer Entfernung der Bahnhof St. Georgen. „Der Halt beim Bildungscampus hätte sonst im künftigen Fahrplangefüge der eingleisigen Traisentalbahn keinen Platz mehr“, sagt Seif.

Pendlerin Doris Vulinovic nutzt die Haltestelle, um an ihren Arbeitsplatz nach Wien zu gelangen: „Ich fahre um 5.14 Uhr, da fährt noch kein Bus.“ Ihr sei zwar bewusst, dass der Zustrom nicht groß sei, aber in Zeiten wie diesen den CO 2 -Ausstoß weiter zu fördern, verstehe sie nicht. Mit dem Zug ist sie verkehrsunabhängig in elf Minuten am St. Pöltner Hauptbahnhof.

„Wer im Jahr 2021 Haltestellen des öffentlichen Verkehrs in einem dicht besiedelten Stadtgebiet stilllegt, hat den Auftrag unserer Zeit nicht verstanden“, kritisiert Grünen-Stadträtin Christina Engel-Unterberger. Der für Verkehr zuständige Vizebürgermeister Harald Ludwig sei hier gefordert, seine Stimme zu erheben.

Von „Fadenscheinigkeit, die er von den Grünen sonst nicht gewohnt ist“, spricht Ludwig. Er habe sich schon einmal für den Erhalt eingesetzt und werde auch jetzt wieder alles Mögliche ausschöpfen. „Es ist die eigene Ministerin der Grünen, die diese Dinge zusammenstreicht“, hebt er hervor.