Erste Namen auf St. Pöltner Wahllisten. Schinkels-Tochter bei ÖVP auf Platz zwei, NEOS treten mit Formanek an, Rätselraten bei der FPÖ.

Von Martin Gruber-Dorninger und APA / NÖN.at. Update am 25. November 2020 (14:30)
Comedian Nikolaus Formanek macht für die NEOS Ernst.
NEOS

Der 16. Dezember ist Stichtag. Bis dahin müssen die Parteien ihre Kandidatenliste eingereicht haben. Während die SPÖ bereits ihre sieben Sachen beisammen hat, decken die anderen Parteien nur zaghaft ihre Karten auf. Die ÖVP präsentierte ihre Top Drei, die NEOS gaben überhaupt erst ihre Kandidatur bekannt, mit dem Spitzenkandidaten Nikolaus Formanek. Nichts Handfestes gibt es bislang von der FPÖ zu hören, das nährt Gerüchte, in denen Landtagsabgeordnete Vesna Schuster eine Rolle spielt.

Die gesamte Liste präsentierte nun die SPÖ. Bei der Stadtdelegiertenversammlung wurde Bürgermeister Matthias Stadler wenig überraschend mit 97,11 Prozent zum Spitzenkandidaten gewählt. Die Sozialdemokraten verweisen bei ihrer Kandidatenliste auf einen Frauenanteil von 52 Prozent und einen Altersschnitt von 42,5 Jahren. „Diese Kandidatenliste bildet die gesamte Vielfalt, berufliche Breite, die Jugend und ältere Generation der St. Pöltner Bevölkerung ab“, so Stadler.

Romy Windl tritt für die ÖVP auf dem zweiten Platz an.
ÖVP

Erste Namen auf der Liste von ÖVP-Spitzenkandidat Matthias Adl wurden ebenfalls bekannt. Auf Platz zwei kandidiert überraschend Romy Windl, Tochter des Ex-Kickers Frenkie Schinkels. Die 33-Jährige arbeitet beim NÖAAB als Assistentin der Landesgeschäftsführung. Sie ist Mutter einer zwölfjährigen Tochter und verfügt nicht zuletzt durch die Kontakte ihres Vaters über ein großes Netzwerk in der Stadt. „Es freut mich, dass Romy Windl erstmals Teil unseres Teams ist. Sie ist eine Powerfrau, weiß auch als Mutter, wo den St. Pöltner Familien der Schuh drückt“, ist Adl von seiner Nummer zwei begeistert. Auf Platz drei kandidiert der frischgebackene Wirtschaftskammer-NÖ-Bezirksstellenobmann Mario Burger. Um die weiteren Positionen macht die ÖVP noch ein Geheimnis. Es ist aber anzunehmen, dass die Stadträte Markus Krempl-Spörk und Peter Krammer sowie die Gemeinderäte Florian Krumböck und Josef Brader wieder an vorderer Stelle kandidieren werden. Neu im Team wird der Stattersdorfer Werner Bachler sein und Gerüchten zufolge die Anwältin Susanne Binder-Novak.

Schuster könnte für FPÖ-Liste antreten

Vesna Schuster könnte auf der FPÖ-Liste kandidieren.
FPÖ

„Meine Wohnung ist voller Umzugskartons“, berichtet Vesna Schuster aus ihrer Wohnung in Gablitz. Sie bereitet soeben ihren Umzug aus der Wienerwaldgemeinde in die Landeshauptstadt vor. Der Lockdown würde dabei nicht hilfreich sein, jedoch wolle sie in den nächsten Wochen eine echte St. Pöltnerin werden. „Seit zweieinhalb Jahren habe ich in St. Pölten einen Nebenwohnsitz gemeldet. Ich ziehe nun ganz hin, da ich dort arbeite und mir das Pendeln zu mühsam geworden ist“, erklärt Landtagsabgeordnete Schuster. Ob sie noch einen Platz auf der FPÖ-Liste bekleiden wird, lässt sie offen. Die Liste sei gerade im Entstehen, sollte sie gefragt werden, stünde sie bereit. Das schließt FPÖ-St. Pölten-Obmann Klaus Otzelberger aus: „Wir werden Ende des Monats die Liste erstellen. Schuster ist auf der Liste nicht vorgesehen.“

Comedian will bei den NEOS Ernst machen

448 Stimmen holten die NEOS bei ihrer ersten Gemeinderatswahl 2016. Das entsprach 1,57 Prozent und reichte nicht für den Einzug in den Gemeinderat. Das soll nun mit Spitzenkandidat Nikolaus Formanek anders werden, der sich bisher als Comedian einen Namen gemacht hat. Aber auch auf dem politischen Parkett war er bereits unterwegs. Formanek war Wahlkampfmanager und Pressesprecher von Heide Schmidt, ehemalige dritte Präsidentin des Nationalrates und Chefin des Liberalen Forums. In den USA war Formanek beruflich als Redenschreiber und Wahlkampfmitarbeiter für die demokratischen Politiker David Dreyer sowie Dianne Feinstein aktiv. „Ich freue mich sehr auf das, was als Team vor uns liegt, weil es darum geht, St. Pölten positiv weiterzuentwickeln“, so Formanek.

Nina Kasser und Ninette Schramm werden bei der Gemeinderatswahl in St. Pölten am 24. Jänner 2021 das Spitzentrio der NEOS ergänzen. Die beiden 40-Jährigen sollen die Plätze hinter Frontmann Nikolaus Formanek einnehmen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Nun gelte es, bis 16. Dezember die restlichen der für den Antritt notwendigen 84 Unterstützungserklärungen zu sammeln. Der Lockdown erschwere dies.

Nichts Neues gibt es bei den Grünen. Die Kandidatenliste ist mit sechs Personen besetzt. „Wir werden bis zum Stichtag die Liste noch auf dreimal sechs Personen erweitern“, zeigt sich Spitzenkandidatin Christina Engel-Unterberger optimistisch.