Junge Shops in der St. Pöltner Innenstadt. Nach dem Corona-Stillstand präsentiert sich die City mit neuen Shops. Einige sperren für immer.

Von Beate Steiner. Erstellt am 13. Mai 2020 (04:02)
Resteverwertung: Walter Wiesmüller ersetzt den kaputten Teil im Schirm durch ein Stück aus einer alten Kaffeemaschine.
Roswitha Reisinger

Er ist wieder da – Dr. Schnurlibär Walter Wiesmüller hat seine „Ordination“ in der Schreinergasse nach einer pandemischen Pause wieder geöffnet und gleich einen „Patienten“ von lieben Freunden repariert. Deren Schirm ließ sich nicht mehr öffnen, weil ein Sollbruch-Plastik seinen Zweck erfüllt hatte und abgeschliffen war. „Das Plastikteilchen kostet keine 20 Cent. Aus Metall würde es etwa 28 Cent kosten. Dann wär der Schirm aber so gut wie unzerstörbar“, erklärt der gelernte Feinmechaniker, der das Leben alter Dinge so lange wie möglich verlängern und die Umwelt nicht unnötig mit Schrott belasten will. Er repariert in seiner Werkstatt alles, was ihm die Kunden bringen — vom Bügeleisen über Kaffeemaschinen und Spielzeug bis zum Fahrrad. Bis Ende Mai noch sehr günstig, weil der Reparaturbonus des Landes eingereicht werden kann. Geöffnet ist die Werkstatt jeden Donnerstag und Samstag.

Das ehemalige Bekleidungsgeschäft in der Marktgasse fungiert jetzt als neues LadenFenster, also als Popup-Store der Stadt. Dort gibt es derzeit Raumduft und hübsche Dinge zu bestaunen. Rebecca Figl-Gattinger hat ihren PartyLite-Direktvertrieb sesshaft gemacht und möchte in diesen Schauraum auch andere einladen, etwa Künstler für Ausstellungen.

„Ich fahre gern nach St. Pölten einkaufen.“ Christina Lenart eröffnet eine Kinderboutique in der Stadt

Das ehemalige Popup-Store der Marketing St. Pölten in der Kremser Gasse 11 wird künftig dauerhaft bunt: Ab Ende Mai oder Anfang Juni wird Kindermode von „United Colours of Benetton“ dort präsentiert. Die Pressbaumerin Christina Lenart macht sich mit diesem Kinderbekleidungsgeschäft selbstständig: „Das fehlt in der Landeshauptstadt. Ich fahre, wie viele Pressbaumer, sehr gerne nach St. Pölten einkaufen, hier tut sich viel“, so die Neo-Kauffrau. Christina Lenart erwartet demnächst Einrichtung und Ware aus Italien – dann kann‘s losgehen mit dem Verkauf aktueller Mode bis Größe 175.

Das letzte Kinderbekleidungsgeschäft, der Babyladen in der Domgasse, hat bereits geschlossen. Wie auch die beiden S‘Oliver-Ableger Comma und Liebeskind: „Seien Sie versichert, dass es immer wichtige Gründe für eine Schließung gibt und wir stets die Möglichkeiten zu einer Wiedereröffnung prüfen“, teilte das Unternehmen mit.

Das Traditions-Kerzengeschäft in der Wiener Straße wird nach 33 Jahren aufgelöst.
privat

Endgültig schließt der Kerzenladen Altmann & Söhne in der Wiener Straße – nach genau 33 Jahren wird die Dependance des Traditionsgeschäfts aufgelöst. Das wurde bereits vor beinahe 150 Jahren in Perchtoldsdorf zur Herstellung von Wachswaren und Pechfackeln gegründet und war bis 1961 der größte Kerzenerzeuger in Österreich. Heute befindet sich die Fabrik in Katzelsdorf, das Hauptgeschäft existiert noch in der Wiener Innenstadt. In St. Pölten werden noch bis Ende Juni Kerzen für alle Anlässe, Heiligenbilder und vieles mehr zum Sonderpreise verkauft, dienstags bis samstags.

„Wir freuen uns, wenn der Griechenland-Shop bleibt"

Aufregung gab es um das Geschäftslokal in der Wiener Straße 15, in dem Familie Purer derzeit griechische Spezialitäten anbietet. Angeblich soll dort ein Nachtlokal einziehen „Das stimmt nicht“, widerspricht Hauseigentümer Ernst Stölner entschieden den Gerüchten. „Wir freuen uns, wenn der Griechenland-Shop bleibt. Wir haben nur prophylaktisch die Öffnungszeiten genehmigen lassen, wie sie in der Innenstadt üblich sind – falls einmal ein Gastronomiebetrieb einziehen will.“

Fürs Einkaufen in den Geschäften der Innenstadt gibt es derzeit einen besonderen Bonus: Marketing St. Pölten mit Geschäftsführer Matthias Weiländer hat Tickets für 3.000 Park-Stunden an die Händler verteilt, die diese an ihre Kunden weitergeben können.