wartet Konzept ab

Erstellt am 24. September 2012 | 00:00
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St. Pölten Freibad Kaltbad
Foto: NOEN
kommt, dann erst entscheiden sich Parteien für Bäder-Zukunft.
Von Daniel Lohninger und Mario Kern

ST. PÖLTEN / Von der Opposition lang ersehnt, wurde er nach Abschluss der Saison im Sommerbad jetzt Realität: der „Bäder-Gipfel“. Im Mittelpunkt dabei stand die Frage, ob das Sommerbad generalsaniert oder ein neues Bad an einem anderen Standort errichtet wird.

Die Fakten: 4,4 Millionen Euro würde die Generalsanierung des Sommerbades kosten. Die Kosten eines Neubaus, beispielsweise am Ratzersdorfer See, würden zumindest mit 9 bis 10 Millionen Euro zu Buche schlagen – selbst, wenn man den Verkauf der Sommerbad-Liegenschaft einrechnen würde.

SP-Bürgermeister Matthias Stadler sähe in der Errichtung eines neuen Bades am See einen starken Eingriff in das von tausenden Gästen genutzte Freizeitareal. Zudem wäre eine Steigerung der Besucherzahlen „kaum zu erwarten“, weshalb für Stadler die wirtschaftliche Vertretbarkeit einer solchen Investition fraglich ist. „Wägt man alle Argumente objektiv ab, so spricht momentan mehr für die Sanierung des Sommerbades als für den Neubau“, legt sich der Bürgermeister fest.

Deshalb wurde beim „Bäder-Gipfel“ vereinbart, dass die Ernst Karl Consulting GmbH mit der Erstellung eines Großkonzeptes für die Sanierung beauftragt wird. Der Gemeinderat entscheidet dann, welche Variante gewählt wird.

VP-Vizebürgermeister Matthias Adl steht hinter diesem Bestreben und betont, dass bei „dieser wichtigen und zukunftsträchtigen Entscheidung für die Stadt“ alle Beteiligten ohne Scheuklappen an die Arbeit gehen müssten, um für die Stadt richtig zu entscheiden.

FP-Stadtrat Hermann Nonner, der beim „Bäder-Gipfel“ nicht anwesend war, wirft Bürgermeister Stadler indes mangelnden Weitblick vor: Stadler mache sich laut Nonner keine Gedanken um die St. Pöltner Bäder-Situation in 25 Jahren, sondern wolle „weiterwursteln“. Er könne sich ein Hallenbad, kombiniert mit einem Sommerbad, im Bereich der NV-Arena vorstellen. Das bestehende Sommerbad müsse ohne Alternative vorerst erhalten, der Umfang der Sanierung allerdings überdacht werden.

Grünen-Gemeinderätin Nicole Buschenreiter zeigte sich mit dem Parteiengespräch zufrieden, einen Neubau findet sie angesichts der finanziellen Lage der Stadt utopisch. Die laufenden Kosten des Sommerbades müssten aber durch erneuerbare Energien verringert werden. Zudem sollte ein „Bäderbus“ installiert werden, da die bestehende, halbstündig das Sommerbad anfahrende Lup-Linie 7 nicht ausreichend sei.

Was die Besucherzahlen angeht, hält sich das Sommerbad jedenfalls stabil: Knapp 53.000 Gäste kamen von Anfang Mai bis Mitte September. „Wir sind mit der Saison zufrieden“, so der Leiter der Bäderverwaltung Günther Kainz. Der leichte Rückgang der Besucherzahlen erkläre sich aus dem besonders großen Andrang in den letzten beiden August-Wochen des Vorjahres.