Bernhard Paul: „So schließt sich der Kreis“

Der Wilhelmsburger Bernhard Paul lässt „Zippo“ wieder in die Manege. Warum erzählt er der NÖN.

Martin Gruber-Dorninger
Martin Gruber-Dorninger Erstellt am 17. September 2021 | 04:15
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Sein zweites Ich zeigt der gebürtige Wilhelmsburger Bernhard Paul im Film „Ein Clown – ein Leben“. Vor der NÖ-Premiere am Dienstag, 21. September, im Cinema Paradiso spricht er mit der NÖN.
Foto: Neue Vitaskop-Film

Über einen der berühmtesten Clowns wurde ein Film gemacht. Der gebürtige Wilhelmsburger Bernhard Paul erzählt vor der NÖ-Premiere von „Ein Clown – ein Leben“ am Dienstag, 21. September, im Cinema Paradiso, über sein Leben als Clown im Gespräch mit der NÖN.

NÖN: In einer der ersten Szenen sitzen Sie ungeschminkt vorm Spiegel und sagen: „Das bin nicht ich.“ Wer sind Sie dann?
Bernhard Paul: Der Clown ist mein zweites Ich. Das ist jenes, das in meiner Kindheit mehr und mehr zum Vorschein kam. Ich war immer sehr introvertiert, wollte nicht gerne im Mittelpunkt stehen. Der Clown ist mein Schutzanzug.

Worüber können Sie lachen? Haben Sie ein Beispiel?
Mit Manfred Deix verband mich ein besonderer Humor. Wir fuhren einst mit dem Zug vom Westbahnhof nach Hause. Wir stiegen in ein Abteil, in dem bereits ein etwas älterer Herr saß. Nach einer Weile ging die Abteiltür auf und eine hübsche, junge Dame trat mit einem riesigen Koffer ein. Der Mann sprang sofort hilfsbereit auf und hievte den Koffer ins Gepäcksnetz. Dabei entfuhr ihm ein Schas. Er ist rot angelaufen und tat so, als wäre nichts geschehen. Deix und ich sind vor Lachen explodiert. Der Herr hat das Abteil dann verlassen.

Im Film reden Sie auch von der NÖN. Welche Beziehung haben Sie zur „St. Pöltner Zeitung“?
Mein Bruder war auf einem Foto mit 46 anderen Personen auf einem Bild in der St. Pöltner Zeitung, also der NÖN, während über mich im Spiegel eine sechsseitige Geschichte erschien. Meine Mutter hat mir das Foto meines Bruders gezeigt, meine Geschichte hat sie nicht beachtet. Nun bin ich mit diesem Interview in der NÖN. Der Kreis schließt sich also.

Was sagen Sie zum Ende von der Porzellanstadt Wilhelmsburg?
Schon meine Urgroßeltern arbeiteten in der Porzellanfabrik. Schuld des Endes ist die Unfähigkeit der Macher. Dieses Geschirr ist ein Renner auf dem Keramikmarkt und erzielt derzeit Höchstwerte. Mit ein bisserl Geschick würde die Firma immer noch erfolgreich laufen. Ich interessiere mich sehr dafür und habe auch eine beträchtliche Sammlung.

Der Film endet mit dem fertig geschminkten „Zippo“. Wie geht es mit Ihrem zweiten Ich weiter?
Der wird wieder auftauchen. Im März geht es wieder los, da wird Zippo wieder die Manege betreten. Dann werde ich wieder die Schminke auftragen, mein zweites Ich zeigen.