„Mauthausen-Schwachsinn“: Gemeinderat sorgt für Wirbel. Gemeinderat stimmte gegen eine Spende für das Komitee und will „die Vergangenheit ruhen lassen“.

Von Birgit Kindler und Inge Moser. Erstellt am 13. März 2019 (15:54)
APA (AFP)
Konzentrationslager Mauthausen

Normalerweise ist die Vergabe von Förderungen kein großes Diskussionsthema in Gemeinderatssitzungen. Nicht so in der jüngsten in Wilhelmsburg. VP-Gemeinderat Hanspeter Scheiber echauffierte sich nämlich über die 200-Euro-Spende ans Mauthausen-Komitee. „Hört‘s endlich auf mit dem Schwachsinn Mauthausen“, sagte er in der Sitzung. Die Aussage empörte SP-Bürgermeister Rudolf Ameisbichler: „Dieses Mauthausen-Komitee ist eine sehr wichtige Institution, um die vergangenen Gräueltaten in Erinnerung zu rufen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.“

„War extrem unüberlegt“

Auch Grünen-Gemeinderätin Sabine Hippmann war verwundert: „Das ist eines Gemeinderates nicht würdig, aber ich denke, sie war extrem unüberlegt.“ Dass man es hätte anders formulieren können, davon ist FP-Gemeinderat Christian Brenner überzeugt. Die Angelegenheit ist für VP-Gemeindeparteiobmann Wilhelm Schreiber aber bereits aus dem Weg geräumt: „Wir hatten ein klärendes Gespräch – so etwas wird nicht mehr vorkommen.“

Scheiber erklärt zu seiner Gegenstimme: „Mir geht es darum, dass wir Wilhelmsburger unterstützen und die Vergangenheit ruhen lassen.“ Aus diesem Grund habe er auch gegen die 200-Euro-Unterstützung für eine Solaranlage in Afrika gestimmt. „Dafür war ich für den Ankauf von 100 Büchern in Höhe von 1.000 Euro, die Elisabeth Kultscher unter dem Titel ‚Wilhelmsburg um 1650‘ verfasst hat“, sagt Scheiber. Die Förderungen wurden dennoch vergeben, da die übrigen Mandatare dafür waren.