Neues Leben in alten Hallen

Nach Daisyworld plant nun Museumsdirektor Manfred Schönleitner ein weiteres Projekt in den ehemaligen ÖSPAG-Hallen in Wilhelmsburg.

Inge Moser Erstellt am 16. September 2021 | 04:02
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„OCT 1997“ ist an einem Fenster der alten Lagerhallen der Geschirrfabrik zu lesen. Es war das Ende einer 200 Jahre alten Geschirrerzeugung.
Foto: Inge Moser

Nicht nur die alte Uhr im Büro, dem einstigen Portier-Kammerl, von Museumsdirektor Manfred Schönleitner zeugt vom Ende der Geschirrfabrik ÖSPAG mit der Auslagerung der Erzeugung von Lilien-Porzellan nach Tschechien. Sie blieb im Oktober 1997 stehen. Auch in den alten Lagerhallen, wo die Daisyworld mit Künstlern Einzug hielt, gibt es auf einem Fenster mit dem Finger vermerkt: „OCT 1997“. „Ich konnte das nicht löschen, da das für mich nostalgischen Wert hat“, erklärt Schönleitner.

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Eine alte Arbeitsjacke hängt an der Wand. Die anderen hat Künstler Gerhard Malecik durch Beton gezogen, um sie der Nachwelt zu erhalten.
NOEN

„Mein größter Wunsch, meine Vision, ist das Zurückholen einer adäquaten Lilienporzellan- Produktion nach Wilhelmsburg auf den ursprünglichen Standort“, erklärt Schönleitner. Für sein Projekt steht ihm eine Liegenschaft mit 13 Gebäuden und 8.000 Quadratmetern verbauter Fläche zur Verfügung. Diese Vision ist in der Umsetzungsphase. Neben dem Museumsbetrieb sollen wieder ein realer Produktionsstandort und ein Kompetenzzentrum für Keramik entstehen. Ziel ist zudem, dass die hier produzierten Teile mit der unverkennbaren Bodenmarke, den drei Lilien, gestempelt werden.

Seit der Auslagerung nach Tschechien ist Lilien Austria in Salzburg für Vertrieb, Verteilung und Verkauf von Lilien-Porzellan in Österreich verantwortlich. Ziel wäre ein Standort für den Vertrieb für Ost-Österreich. Bei der Produktion von neuen Artikeln in Kleinstauflage bekommt Schönleitner von der Lilien Austria GmbH bestmögliche Unterstützung.

Schulungsraum und Schauraum angedacht

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Die Uhr im ehemaligen Portier-Kammerl will Manfred Schönleitner wieder ins Leben und das Lilien-Porzellan nach Wilhelmsburg bringen.
Inge Moser

„Es ist geplant, dass Manfred Schönleitner am Standort in Wilhelmsburg für das Museum seine Aktivitäten erweitert“, so Rudolf Lugstein zur Zusammenarbeit. „Aufgrund der neuen Möglichkeiten ist angedacht, einen Besprechungs- und Schulungsraum zu gestalten, der von der Lilien Austria GmbH für Kundenbesprechungen genutzt werden kann. Vor allem sollen Schulungen für unsere Mitarbeiter, Einkäufer und Außendienstmitarbeiter des österreichischen Großhandels abgehalten werden.“ Weitere Ausstellungsflächen für die neuen Porzellanserien sollen laut Lugstein geschaffen werden. „In Ost-Österreich solleineMöglichkeit bestehen, unser Sortiment im Schauraum präsentieren zu können.“

In Vorbereitung ist auch die Öffnung der ehemaligen Werksküche für Veranstaltungen mit gastronomischer Betreuung, die auch für die Bevölkerung zugänglich ist. „Um wieder für die Wilhelmsburger Kontakt zur einstigen ÖSPAG herzustellen“, erklärt Schönleitner seine Idee.

Zu Beginn wird die Heizung in Angriff genommen. Es soll ein Biomasse-Kraftwerk für die Liegenschaft entstehen, zusätzlich zum Wasserkraftwerk.