Sommertheater-Kritik: Die blaue Mazur. In die Sommerarena Baden kehrt wieder Leben ein.

Von Ewald Baringer. Erstellt am 04. August 2020 (07:55)
Krisengebeuteltes Ehepaar: Clemens Kerschbaumer, Sieglinde Feldhofer. Foto: Christian Husar
Christian Husar

Zum 150er von Franz Lehár hat Intendant Michael Lakner ein vor 100 Jahren uraufgeführtes, beinahe vergessenes Werk ausgegraben und unter für alle Mitwirkenden schwierigen (Corona-)Vorgaben inszeniert, ohne Ballett, ohne Chor.

Die dünne Handlung – eine Ehe-Caprice um Liebe und Eifersucht – transferiert er von Polen ins jüdische Wien des Fin de siècle und setzt dabei auf bewährte Kräfte wie Clemens Kerschbaumer, Sieglinde Feldhofer, Thomas Zisterer, Martha Hirschmann, Beppo Binder und Thomas Weinhappel.

Den Vogel abgeschossen hat Lakner allerdings mit der Einfügung eines Conférenciers: Oliver Baier sorgt mit lakonischen Sprüchen und in einigen Nebenrollen für kabarettreife Heiterkeit.

Fazit: „Die wunderbare Operette kann Spuren von Anachronismus enthalten“ (O-Ton Baier).