Tanztheater-Kritik: Don Juan. Nur 250 Besucher konnten wegen der strengen Corona-Bestimmungen die italienische Compagnie Aterballetto mit ihrer neuesten, von Johan Inger choreografierten Produktion erleben. Und ein Erlebnis war es wirklich!

Von Ewald Baringer. Erstellt am 28. Oktober 2020 (02:11)

Stringentes Konzept, originelle Sichtweisen, spannende Inszenierung im dunkel-kargen Bühnenbild, betörende Musik von Marc Alvarez, ausdrucksstarke Pas de deux, turbulente Massen- und Maskenszenen.

Don Juan als frühkindlich traumatisierter Latin Lover, Leporello als sein gutes Spiegelbild, sein Ende im Tanz der Schneeflocken: das Ende eines Süchtigen. Ein an differenzierter Emotion und einprägsamen Momenten reicher Abend. Nach 90 Minuten brach Jubel los. Schön, dass solche Ereignisse in diesen Zeiten möglich sind.

Fazit: Der Mythos vom erotomanischen Frauenhelden als bildstark erzählte Fabel.