Das Salzburger Welttheater. Hofmannsthal? In 60 Minuten? Mit 4 (!) Schauspielern?

Von Michaela Fleck. Erstellt am 15. Juli 2020 (02:18)
Herrisch: Kajetan Dick als König – und gleich darauf als Bettler – in Melk.
Zimmerhackl

Das kann nur einer wagen, der sogar aus Tolstois Jahrhundert-Epos „Krieg und Frieden“ ein (Sommer-)Kammerspiel gemacht hat. Alexander Hauer also, mit dem ersten „Xperiment“ der heurigen „Pandemic Edition“.

Und mit einem Stück Theater, das so moralisch daherkommt, dass einem graust, und das hier, zu Füßen des Melker Stiftes, so menschlich herüberkommt, dass es einen packt und nicht mehr so schnell loslässt.

Zwischen Kleidersäcken, Schneiderpuppen und Einkaufswägen spielen Dagmar Bernhard, Kajetan Dick, Florian S. Fitz und Sebastian Pass (allesamt: großartig) ganz schnell, ganz heftig und ganz unerbittlich das ewige Spiel von Macht und Ohnmacht, Wahnsinn und Weisheit, von Hoffnung und Tod.

Fazit: Intimes Welttheater am Laufsteg der menschlichen Unzulänglichkeiten – grandios!