Theater-Kritik: Schule der Frauen. Im Klassenzimmer sitzt hier keiner. Im Spiegelkabinett schon eher, und zwar der männlichen Eitelkeiten.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 23. September 2020 (03:37)
Zwischen Reif und Frack: Laura Laufenberg (Agnés) und Emilia Rupperti (Uranie) in der „Schule der Frauen“ in St. Pölten.
Pelekanos

Dort regiert Arnolphe (exaltiert: Tilman Rose) in königsblauen Federn und eselsdummen Vorurteilen. Und scheitert doch kläglich, an der „Erziehung“ seiner gar nicht so einfältigen Agnés (entzückend: Laura Laufenberg), die sich lieber in die romantischen Rüschen ihres Horace (hitzig: Philip Leonhard Kelz) verliebt und ihren Vormund im (Torten-) Regen stehen lässt.

Als fantastische Fabel hat Ruth Brauer-Kvam Molières 358 Jahre altes Emanzipationsstück auf die Bühne von St. Pöltens Landestheater gebracht. Und lässt ihr Ensemble in Pfauenfedern (herrlich komisch: Tobias Artner & Tim Breyvogel) zwischen Stummfilm, Satire und Zirkuszelt tanzen.

Fazit: Eine Revue der Herzen zwischen Reifrock, Rollschuh und Damenfrack. Grandios!