Erstellt am 05. Juni 2018, 01:04

von NÖN Redaktion

Figaro lässt sich scheiden .

Auf der Flucht: die Gräfin (Anke Zisak) & Susanne (Adriana Zartl) in Sitzenberg.  |  Marschik

Horvath? Heute? Unbedingt! Weil’s um Flüchtlinge und Feiglinge geht. Um Emigranten und Emporkömmlinge. Um tote Könige und treue Liebende. Sie alle hat Martin Gesslbauer im Sitzenberger Schlosshof versammelt, vor Bretterwänden und Koffertürmen. Und lässt sie vom besseren Leben träumen. Von Grandhotels den Grafen (aristokratisch: Johannes Terne), von Schwimmstunden die Gräfin (wandlungsfähig: Anke Zisak), von Frisiersalons den Figaro (zerrissen: Stefan Rager), von Kindern die Susanne (umwerfend: Adriana Zartl), von besseren Zeiten die Beamten (komisch: Michael Duregger & Felix Kurmayer). Nur der Kitsch-Pop-Schlager zwischendurch passt da so gar nicht in die zynischen Spitzen und klugen Pointen am laufenden Band.

Fazit: Eine kluge, komische, mutige, berührende Parabel auf beunruhigend aktuelle Zeiten.