Erstellt am 14. August 2018, 03:45

von Thomas Jorda

Karl MayBe. in Mödling .

Dichter-Leben: Max Spielmann und Wolfgang Lesky kämpfen im Mödlinger Bunker.     |  B. Frenzel

Auf den ersten Blick ist der Titel irreführend. Ob es sein mag („may be“), dass Karl May seine Aberdutzenden Abenteuer im Wilden Westen und im Orient selbst erlebt hat, ist längst beantwortet. Nein, hat er nicht. Mag sein, dass er deshalb ein billiger Lügenschippel war? Nein, denn seine wunderbare Phantasie hat ein einzigartiges Werk geschaffen, voll Spannung, zu Herzen gehend. Am Ende seines Lebens war er einer der großen Geister, die wie viele an Krieg und Gewalt gescheitert sind.

Bruno Max und sein ausgezeichnetes Ensemble haben Mays Werk und Schaffen beeindruckend in den Bunker gestellt, in kräftigen Strichen sein Leben geschildert und mit einer auf der Hand liegenden und trotzdem exzellenten Pointe die Theaterprozession gekrönt.

Fazit: Mag sein, dass Karl May nicht sonderlich
aktuell ist; seine Botschaft brennt auf der Seele.